Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

77

1214'). Das war, so viel uns bekannt, des Ordens erstes Besitz-thum zur Gründung der Ballei im Elsaß. Und nun folgte schoni,„ nächsten Jahre eine neue Bergabnng, welche der Komthnreizu Strasburg die erste Grundlage gegeben zu haben scheint. Ma-thilde, die Wittwe Konrads Vogt von Schwarzenberg beschenkt denOrden mit einem von ihr und ihrem Gemahl einer Tochter desGrafen Joscelin abgekauften Hanse; eS lag wahrscheinlich in Stras-burg, denn der Hochmeister Hermann von Salza verpflichtet sich da-gegen, der edlen Fran in bestimmter Frist eine Summe von vier-hundert Mark Silber zu leihen zum Ankauf eines Landbesitzes beiStrasburg, dessen Ertrag ihr ans Lebenszeit zugehören, der abernach ihrem Tode dein Orden zu Eigen anheimfallen sollte^).

Seitdem gehen zehn Jahre vorüber, ans denen uns keine Nach-richten über eine merkliche Vergrößerung der Ordensbesitzungen injenen Gegenden zur Hand stehen. Erst im Jahre 1225 hören wir,daß der Edelherr Lnitolf von SnnniSwald den Orden mit einer an-sehnlichen Schenkung erfreut; er bewidmet ihn nicht nur mit denKirchen und dem Patronat nebst der Vogtei zu Sunniswald undAsoldeöbach in der Diöcese von Constanz, sondern verleiht ihm alsGeschenke zu mildthätigem Zweck auch alle seine dortigen Güter undzwei Berge °). Es wird zugleich mit des Deutschmeisters Genehmi-gung bestimmt: es sollten ans dem Einkommen der Güter stets zweiPriester unterhalten, auch ein Hospital zur Aufnahme von Armenund Pilgrimmen erbaut und diese nach Maaßgabe der Einkünfte ge-nügend verpflegt werden. Zu diesem Zweck sollten die auf den Gü-tern zu Erbrecht sitzenden Lehensleute jährlich von jeder Hufe demOrdenshause einen Züricher Schilling Zins entrichten. Wer dieZahlung versäumt, solle im nächsten Jahre das Doppelte steuern

5 Die Bestätignngsnrknnde des Kaisers, dat. apnä ^u^nstrun X. Oal.LrNI 1214 im Arch. zu Königsberg in Abschrift. I1niIInrü-kr«lIioIIes I.k. I. 288. Eine neue Bestätigung des Röni. Königs Heinrich, dat. Nu^snoevIN. 6al. veo. 1231, wo es beißt: Die Schenkung sei geschehen, cuin LurleuräusVirxus esset eoram inülain in ortianl» inortis ;>os!tns.

5 Wir haben darüber nur die dürftige Vergabnngsnrk. vom I. 121l> imEohiarinm im Geh. Staats-Archiv zu Berlin I. 0. 30 Xro I,XVI. Bei Kö-nigshofen 6Iirun. XIsat. eü. Sebilter 279 heißt es: „Das ehester zu denTiitschen Herren (zu Strasburg) wart gemachet L166." Diese Angabe scheintuns unsicher.

5 Val er. A nsh elm'L Berner Chronik l. 376.