folge mir nach und nimm das Kreuz auf Dich." Ein solches Wort,eine solche Mahnung zu christlicher Entsagung war es, was so mach,tig ans und in den Gemüthern Vieler wirkte, und so opferte undspendete der Mensch mit frommer Hingebung und mit Sehnsuchtnach seinem ewigen Heil zu frommen Zwecken oft Alles, was ernur irgend an Erdengütern besaß. Das war es, was, wie wir ge-sehen, so manchen frommen edlen Manu dazu trieb, zu seiner undder Seinen Seelen Seligkeit sein ganzes Eigenthum dem Armen-hospital eines Ordenshauses darzureichen, was manche edle Fra» ^bewog, die Einkünfte ihres Dorfes oder Gutes einem Convente zu-zuweiscn, nur einen Jahrestag ihres Todes mit Gebet und Fürbittenfür das Heil und den ewigen Frieden ihrer Seele zu stiften, wasder trauernden Wittwe Trost gewährte, wenn sie einem Ordenshause !einen Theil oder ihre ganze Habe spendete zum Unterhalt eines 'Priesters, der für das Seelenheil des dahingeschiedenen Gatten in ^täglichem Gebet die Gnade Gottes erflehte.
Es hat jede Zeit ihren eigenen Glauben, trägt in sich ihreneigenen Geist, und in diesem will sie auch verstanden sein.
V.
Die Ballei Koblenz.
Schon in früher Zeit siedelte sich der Orden auch in der Ge-gend, wo sich der Main und die Mosel mit dem Rhein verbinden,und an diesem Strome an. Seine erste Niederlassung gewann erdort in Wiesbaden, denn schon im Jahre 1211 verliehen ihm ^die Grafen Heinrich und Robert von Nassau ihr Patronatsrechtüber die dortige Pfarrkirche nebst dem Zehnten und allen ihren Ein- ,künften, mit der Verpflichtung, daß fortan Brüder des Ordens da- sselbst den Gottesdienst besorgen sollten, und Kaiser Friedrich, demdie Kirche zu Eigen gehörte'), sowie der Erzbischof Siegfried von
') duäeu. III. 1070. 1080. Ilülimsr NeZ. Imp. I. 80. Die kaiserl.Bestätigung erfolgte erst 1215. Ileuiles 16. II re in er OrlA. diass. 257.Ruillarä-LrelinIIes I. ?. II. 355. Im I. 1237 besaß der Orden auch !Güter bei Wiesbaden, die zum Hause Koblenz gehörten. !