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III.
Die Vallei Hessen oder Marburg.
Die Ballei Hessen steht in der Zeit ihrer Gründung der BalleiThüringen am nächsten und ist ohne Zweifel die zweite älteste').
Als König Philipp der Hohenstaufe im August des Jahres 1207zu Würzburg Hof hielt und alsdann zu Nordhausen auf dem Für-stentage eine große Zahl von Reichsfürsten, unter ihnen auch derdem Orden befreundete Otto, erwählter Bischof von Würzburg, undder ihm wohlgeneigte Landgraf Hermann von Thüringen um ihnversammelt waren, erschienen dort auch die Edlen Graf Friedrichvon Ziegenhagen mit seiner Gemahlin Luchardis, Graf Ludwig vonZiegenhagen, Graf Burchard von Falkenstein mit seiner GemahlinKunigunde, Albert von Hackeborn und Graf Heinrich von Webach.
Ob irgend ein äußerer Anlaß sie dazu bewogen, ist unbekannt; sieübergaben zur Sühne ihrer Sünden und zur Förderung ihres einsti-gen Seelenheils in des Königs und der Fürsten Gegenwart demDeutschen Orden, den sie früher schon als Begleiter des LandgrafenHermann von Thüringen auf seinem Kreuzzuge im Morgenlandekennen gelernt, die Kirche des in ihrer Besitzung in Hessen liegenden ,Dorfes Reichenbach nebst deren Besitzungen und Einkünften*). Da-mit legten sie den Grund zur nachmaligen Ballei in Hessen.
Sie erwuchs indeß in ihrem weiteren Güterbesitz nur langsam.Selbst gegen die erwähnte erste Schenkung erhob schon nach einigenJahren der Erzbischof Siegfried von Mainz ernsten Einspruch. Die iKirche zu Reichenbach, von früheren Grafen von Ziegenhagen er-baut, zur Mainzer Diöcese gehörig, war nachmals einem Nonnen- !,Convent zum Gottesdienst übergeben und somit, wie man es nannte, > ?eine Conventual-Kirche geworden. Der Convent war aber im Ver-lauf der Zeit durch Kriegsstürme und andere unglückliche Ereignissesehr in Verfall gerathen, zum Theil zerstreut, die Kirchengüter ver-
') Rommel Geschichte von Hessen I. 292 nennt Hessen die erste und ältesteProvinz des Ordens.
-) duäe». III. 1075. Histor. diplomat. Unterricht nr. 41. Heimos 8.Lölimor U. 1. 1. 24.