Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
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I.

Die Ballei Thüringen.

So weit uns sichere Nachrichten zur Hand stehen, war unterdes Ordens Wohlthätern im Vaterlande der fromme Bischof vonMagdeburg, Ludolph von Kroppenstädt, einer der Ersten, der ihmeine mildthätige Schenkung zuwies, indem er ihm bereits im Jahre1200 in Halle an der Saale mit Zustimmung des edlen Burg-grafen Gebhard und der Bürgerschaft am westlichen Theile der Stadteinen freien Raum übergab zum Aufbau eines dort schon begonnenenHospitals für Armen- und Krankenpflege'). Und bald erstieg da-neben auch eine Kapelle, in welcher Deutsche Ordenspriester nachdes Ordens Regel des Gottesdienstes pflegten^). Vom Geiste derZeit getragen, gedieh die milde Stiftung je mehr und mehr. Schonnach zwei Jahren verkaufte ihr der Abt Johannes von Memlebensein Gut zu Zörben, und weil damit das Patronatrecht der dortigenPfarrkirche verbunden war, gab ihr der Bischof Volrad von Halber-stadt auch die Pfarrkirche in Zörben und überwies zugleich den Owdeusgeistlichen, die in ihr den Gottesdienst besorgen sollten, den Zehn-ten zu ihrem Unterhalt °).

Nachdem das Hospital, nunmehr das Deutsche Haus beiHalle genannt und der heiligen Kunigunde gewidmet^), bald nachseiner Stiftung durch Ankäufe sich einigen festen Besitz erworben,ward es nachmals auch durch milde Schenkungen mehr und mehr

') Schenkungsurkunde bei ImäerviZ Religu. V. 90. Heimes Ooäoxäixloin. Oräiu. Leut. 5. Die Ordensbrüder baten NM eine area -ui iiosxitalopauperuin guoü initiatuin sst.

0 Schon im Jahre 1202 heißen die Ordensbrüder bei Halle Fratres axncksnuetaill Lonnignnäain I>roxs HaUis. Die Kapelle dieser Heiligen war alsoschon vorhanden. ImäerviA V. 88; ibiä. praet-u. 10—11.

0 Urk. bei ImäsrriA V. 88.

') Auch curia sancte vuncgunäis in Ilallis genannt.