241
Polens früheste Zeiten.
eingenommen. Die Führer dieser Volkshaufen waren auchnach erfolgter Niederlassung als Häupter und Vorsteher überihnen stehen geblieben und ordneten und regierten nun dasGemeinwesen in einzelnen Gebieten unter den Namen vonKniastcn, Pancn, Woiwodcn oder Zupanen. Lange standendiese verwaltenden Gebieter ohne ein gemeinsames Bandfrei neben einander da, das Volk unter ihnen zwar inpflichtigem Gehorsam, jedoch immer auch in ziemlich freierBeweglichkeit *).
So war in den allgemeinsten Zügen die Gestalt desLandes und das Bild des Lebens in jenen dunkeln und sa-gcnvollen Zeiten, als der Fürstenstamm der Leschcks unterden Oberhäuptern des Volkes mehr und mehr hcrvortritt.Schon des dritten Leschcks Sohn, Popiel der Erste, Herzogoder Fürst von Gncsen, hatte über eine viel bedeutendereMacht zu gebieten, als des Landes übrige Fürsten nebenihm, denn außer Gncsen stand auch schon Cruschwitz unterseiner Herrschaft P. Höher aber erhob sich nach ihm derStamm Piasts, als dessen Sohn durch die Sitte der Haar-bcschncidung zu des Volkes Heerführer und des LandesRegenten erkoren H und Semovit genannt, jenes PopielsGeschlecht durch Mord vertilgte und in solcher Weise durchBlut und Gräuel das Herrenthum der früher gebietendenFürsten mehr zum Ganzen einer festen Herrschermacht ver-einte H. Diese Macht aber wirkte bald noch weiter; dennSemovit erweiterte die Gränzen seines Herrschergebietesauch schon nach außenhin, wiewohl sie damals sich wederschon aus Pommern, noch auf Preussen erstreckten H. Auch
1) Die Beweise für diese Darstellung der Dinge liegen bei
I.. I. Lj,. 16. 78; p. 58, tlbroii.
:>p. »cript. rer. 8iles. Id II. p. 20 — 2!. Vgl. auch
bei S. 572.
2) p. 22.
I) p. 58. a. a. O. S. 574.
4) N/r/r//» p. 58 — 59. L-rr/ltt-ceL I . II. ep. 5. p. 104.
;>. 25.
5 ) I. r. — Nur der spätere, unkritische
I.
16