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Memoiren der Kaiserin Katharina II. : von ihr selbst geschrieben
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mit dem Großfürsten auf einer Fensterbank sitzt undmit ihm scherzt, sicht sie Graf Lcstocq kommen, der zuihr sagt: „Packen Sie Ihre Sachen ein — Siewerden nach Deutschland zurückrciscn," Der jungeIdiot scheint nicht sehr betroffen von dieser möglichenTrennung. „Auch mir war sie ziemlich gleichgültig,"sagt die kleine Deutsche, „aber die russische Krone wares mir nicht," fügt die Großfürstin hinzu.

Das ist im Keime die Katharina von 1762!

Von der Krone zu träumen war übrigens sehrnatürlich — in jener Atmosphäre des KaiserlichenHofes — nicht allein für die Braut des präsumtivenThronerben, sondern für Jedermann. Der StallknechtBiren, der Sänger Rasumowsky, der Fürst Dolgo-rucky, der Plebejer Menschikoff, der Oligarch Volynski— Alle verlangten nach einem Stücke des Kaiser-mantcls. Die russische Krone war nach Peter I. eineres nullius, bis sie nach längerem Umhcrwandernaus das Haupt Elisabeths gelangt, in der sich die Le-gitimität wieder repräsentirt.

Der Bruch und das Zerreißen der Tradition, dievollkommene Trennung des Volks vom Staate durchdie Reform Peter I., die Staatsstreiche und Palast-revolutionen waren damals in Permanenz. Nichtswar dauernd. Wenn die Einwohner Petersburgs zuBette gingen, wußten sic nie unter wessen Negierungsic erwachen würden. Auch bekümmerte man sich sehrwenig um diese Aenderungen, die im Grunde nureinige deutsche Jntriguants betrafen, welche russischeMinister geworden waren, einige im Meineid und