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Über die Schlacht bei Nudau.
Marschall mit ihrer ganzen Macht um Königsberg gelegen ha-ben, daß ersrerer die Schlacht mit geleitet und die KulmischenPaniere im Kampfe zugegen gewesen seyen.
Auch über den Tod des Ordensmarschalls weichen die Nach-richten merklich ab. Wie Wigand die Sache erzählt, habenwir oben gesehen. Hennebcrgec weiß dagegen: der Marschallhabe eine Trommel gehört, aber nicht gewußt, ob es Feindeoder Freunde seyen; er sey deshalb aus einen Berg geritten undhabe den Helm geöffnet, zu sehen, wer es sey. Da habe einhcransprengender Heide ihm einen Spieß in den Mund gerannt,daß er hinten wieder herausgckommen sey; auf dem Wege nachKönigsberg zu sey er gestorben. Über die Quelle seiner Nach-richt sagt uns der Chronist nichts weiter. Nach Simon Gru-nau und Lucas David stirbt der Marschall im Zweikampfe.Ganz genaue und spccielle Berichte über den Vorgang der Sachegehen uns ab.
Bekanntlich knüpft sich an die Schlacht von Rudau auchdie Sage von dem Schustergesellcn Hans von Sagan, die wirhier nicht nachzuerzählen nöthig haben, da man sie bei LucasDavid B. VII. S. 81, Pauli S. 213, Baczko B. II.S. 166 und Kotzebue B. II. S. 218 lesen kann. LucasDavid ist der erste, welcher das Mährchen mit dieser Schlachtin Verbindung setzt (denn Simon Grunau weiß noch nichtsdavon, vielweniger eine der alteren Quellen). Er giebt uns ehr-licher Weise auch die Quelle an, aus welcher er seine Nachrichtgeschöpft hat, indem er sagt: „Das gemeine Gerüchte allhie zuKönigsberg helt cs dafür" u. s. w. Am Schluffe der weit-schweifigen Erzählung bemerkt er aber selbst sein Bedenken und„Mißdünken" über die Sache, weil der Schlachttag und derJahrestag, an welchem dem Gesellen zu Ehren das s. g.Schmeckbier getrunken wurde, nicht zusammenträsen. Obgleichaus diesem Grunde auch Baczko die Erzählung schon stark inZweifel zog und De D. 111. z>- 403 sie in die Zeit desspätem dreizehnjährigen Krieges verwies, so hat sie KotzebueB. II. S. 411 doch wieder in Schutz genommen, freilich mitGründen (wenn sein fades Gerede so genannt werden kann), dienur Lächeln erregen. Da kein einziger älterer Zeuge für dieSache spricht, Lucas David sie als Volksmähcchen erst im16ten Jahrhundert aufnimmt, selbst aber Zweifel an der Wahr-heit äußert, so bleibt sie, was sie ist — ein Bierstuben-Mähr-chen der Schusterzunft aus später Zeit. Vergl. darüber Erlaut.Preuff. B. I- S. 634 und insbesondere den Aufsatz des Hm.Geh. Archivars Faber: Untersuchungen über die Schlacht bei