242
Das Käthchen von Hcilbronn.
Eleonore.
Nun, sag' an! ich höre.
Käthchen.
— Doch du gelobst mir, nimmermehr, Lenere,
Wem cs auch sei, den Vorfall zu entdecken.
Eleonore.
Nein, keiner Seele; nein! verlaß dich drauf.
Käthch cn.
Schau, in die Seitengrotte hatt' ich michDurch die verborgne THUre eingeschlichen;
Das große Prachtgewölb' war mir zu hell.
Und nun, da mich das Bad erquickt, trct' ichIn jene größre Mitte scherzend ein,
Und denke du, du scist's, die darin rauscht:
Und eben von dem Rand in's Becken steigend,
Erblickt mein Aug' —
Eleonore.
Nun, was- wen? sprich!
Käthchen.
Was sag' ich!
Du mußt sogleich zum Grafen, Leonore,
Und von der ganzen Sach' ihn unterrichten.
Eleonore.
Mein Kind! wenn ich nur wüßte, was es wäre?
Käthchen.
— Doch ihm nicht sagen, nein, um's Himmels willen,
Daß es von mir kommt. Hörst du? eher wollt' ich,
Daß er den Gräuel nimmermehr entdeckte.
Eleonore.
In welchen Räthseln sprichst du, liebstes Käthchen?
Was für ein Gräu'l? was ist's, das du erschaut?