Nibelungen und Kndrnn.
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in den Vorschlag ein, in kaufmännischer Verkleidung nach Eyrland zugehen und sich für geächtet von Hetel auszugeben. Sie gelangen unterHetel's Segen nach Eyrland, gewinnen mit dieserTänschung, mit ihremReichthume und ihrer Freigebigkeit Hagen's Gunst. Die drei wurden anden Hof geladen, die Frauen mochten sie gerne sehen, besonders den altenwunderlichen Wate, der ihnen doch ins Gesicht sagt, daß ihm nie beischönen Frauen so sanft gewesen als in der Schlacht. Als die Leute desKönigs Waffenspiel treiben, fragt ihn dieser, ob so tüchtiger Kampf auchin seinem Lande zu finden sei; da lächelte Wate spöttisch, er habe es niegesehen, wünsche es aber wohl zu lernen. Der König selbst versucht ihnzur Kurzweile zu lehren und gesteht bald, daß er nie einen so gelehrigenJünger gesehen. Nachdem Wate auf diese Weise den Hof mit seinerStärke, und Frute mit seiner Pracht in Erstaunen gesetzt, thnt's Hol-land durch seinen Gesang. Wie er anhebt, schweigen die Vögel, Hildeund ihre Mägde saßen und lauschten, die Schlafenden ermunterten sich,der König trat ans die Zinnen, und als er aufhört, bittet Hilde ihrenVater, ihn mehr singen zu heißen. Dies ist eine jener lieblichen Semenvoll Duft, wie die in den Nibelungen von Volker's Geigenspiel, die soschön die unheimliche Stille der Nacht und jener Nachtwache malt, wienur immer jene Doloniade im Homer. Auf Hilden hatte die Sehnsuchtnach dem holden Gesang solche Wirkung gemacht, daß sie den Horrandzu sich rufen läßt und diesem Gelegenheit gibt, Hetel's Werbung vorzu-bringen. Sie willigt in Entführung, sie besucht das Schiff der Helden,die verborgenen Recken treten heraus, scheiden Tochter und Mutter, zuckendie Segel auf, stoßen die Fremden aus dem Schiff und gelangen nachHegelingen. Der verfolgende Hagen erscheint, ein Kampf erhebt sich,in dem Hetel verwundet wird, Wate aber den Hagen besteht, und dermit einer Versöhnung endet. Nun saß Hilde mit hoher Ehre auf demBrautstuhl und als ihr Vater scheidet, läßt er ihr eine jener Königs-töchter, Hildburg von Portugal, die Gespielin seiner Frau, zurück. Diesist die zweite Sage von Högni und Hedin, die im Norden mehrfach sicherwähnt und verschieden erzählt findet.
Jetzt erst beginnt eigentlich unser Gedicht, zu dem das Bisherigeebenso ein Vorspiel bildet, wie die Episode von Rivalin und Blancheslurzu Tristan; die Geschicke der Eltern wiederholen sich wie ein Erbschicksalim größeren Maße bei ihrem Kinde. König Hetel gewann zwei Kinder,den Ortwin, den der alte Wate erzieht, und die Kudrun, der schönenMutter schönere Tochter. Um sie läßt Hartmut, König Ludwigs vonNormandie Sohn, werben, wird aber abgewiesen. Unerkannt besucht er