IV
blick der reickthum desselben sich überschauen lässt. Wie mirscheint, fehlen unter diesen urkunden die speciell der landbal-lei angehörigen; wie denn z. b. gar keine kaiserurkunden vor-handen sind. Nach einer mir aus Stuttgart gemachten mittkei-lung möchte ich glauben, dass sie unter denen sich befindendie vor einigen iahren von dort nach Wien gekommen sind.Eben so fehlt gänzlich das archiv der commende Ramersdorf,mit dem es eben so wie mit den genannten urkunden ergangensein mag.
Dass urkunden der ballei Lothringen in Coblenz sind,erfuhr ich durch Beyer’s nachrichten in Friedemann’s Zeitschriftfür die archive bd. 1. s. 14. In bezieliung auf letztere bemerktderienige, der in diesen Studien unser aller meister ist: »Vonden archiven Deutschlands ist meines wissens das bestbeschrie-bene das zu Coblenz durch Beyer.« (Zweites ergänzungsheft zuden regesten des kaiserreichs von 1246 bis 1313, Vorrede s.XXVII.) Es fehlen bei ienen urkunden die über die commendeLuxemburg gänzlich; die über Metz sind nur spärlich vorhanden.
Von den urkunden der ballei Westphalen fehlt das archivvon Welheim fast ganz. Da zu dieser commende früher auchDuisburg gehörte, so gilt hiervon dasselbe. Von ältern urkun-den über Brakei sah ich nur wenige. Mehr findet sich freilichüber Mülheim; doch auch hier war die ausbeute sehr unge-nügend. Um so mehr musste ich beklagen, dass eine handschrift-liche, auf urkunden basirte geschichte der commende Mülheimvon dem hochverdienten landcommandeur freiherrn Franz Wilhelmvon Fürstenberg mir nicht vorgelegt werden konnte.
Was die ballei Coblenz betrifft, so mögen wohl die urkun-den über die commende Meckein in Belgien zu suchen sein;nur wenige sind bei Miraeus gedruckt. Im übrigen wird sichausser dem, was in meinen beiden Sammlungen enthalten ist,von ältern urkunden kaum etwas finden; wenn nicht etwa überCöln in Wien und über Waldbreidbach in Idstein nachlese zuhalten sein möchte.
Mainz, im november 1861.