Die Lujmde».
ZLV
93 .
Legt unter festen Zügel die Begierden,
Stolz, Ehrgeiz auch, die euch zu tausend MalenSo würdelos zum schnöden Laster führten,
Durch Uebermuth und Tyrannei zu prahlen.
Denn eitler Ruhm und kaltes Gold nie ziertenMit wahrhaft edlem Werth den Geist des Schalen;
Viel besser, Ehr' und Goldbesitz verdienen.
Als unverdient zu brüsten sich mit ihnen.
94 .
Entweder schafft ein gleich Gesetz im Friede»,
Das nicht den Großen macht zum Herrn des Kleine»Und Schwächer»; oder laßt euch Waffen schmieden,
Im Kampfe mit dem Mauren zu erscheinen.
Bald treibt das Reich dann hohe, schöne Blüthen,
Ihr schafft euch Wohlstand, Mangel drückt dann KeinenVerdientes Glück wird lohnend euch umschweben,
Und Ehre, deren Glanz erhellt das Leben.
95 .
Den Ruhm des Königs werdet ihr dann mehren,
Den sehr ihr liebt, — bald durch den Rath des Weisen,Bald durch das Schwert, das euch mit ewigen EhrenDer Nachwelt nennt in eurer Ahnen Kreisen;Unmögliches sollt niemals ihr begehren.
Doch, wer fest will, vermag: dann wird euch preisenDer Thaten Glanz gleich Helden alter Zeiten :
Und Venus wird zur Insel euch geleiten.