I.XXXIV
Msco da gama.
habe er Beglaubigungsschreiben mit sich gebracht, die er ihmüberreichen würde, sobald er cs ihm zu befehlen geneigt sei.
Der indische Fürst zeigte sich sehr erfreut über Gama's Be-richt, und er bot Alles, was sein Reich vermöge, zu Diensten desKönigs von Portugal an, welchem er hinfüro als seinen Bruderbetrachten wolle; denn es könne kein- trügerische Freundschaftsein, um welche der König von Portugal so lange Zeit und mitsolchen Mühen und Gefahren für seine Vasallen und Unterthanenhabe suchen lassen, wie er aus Gama's Rede entnommen.
Nach Verlauf dreier Tage kehrte Gama, begleitet vom Catual,in die Gegenwart des Samorin zurück. Er überreicht- ihm dieSchreiben und -in Geschenk, welches letztere jedoch der Fürst nichtweiter zu beachten schien. Gama bemerkte dies und sagt-, daß ersich nicht wundern möge, wenn das Geschenk der Majestät einesso hohen Herrschers wenig angemessen sich erweise; der Grundsei, daß der König Dom Manuel den glücklichen Ausgang seinerReise mit allzugroßer Ungewißheit betrachtet und deßhalb auchvorerst kein allzukostbares Geschenk habe mitscndcn wollen; daßer aber jetzt, nachdem das gehofft- Land gesunden, und wenn ersich für sein Reich einen größer» Gewinn versprechcn könne, jedesJahr von Portugal viel- Schiffe, beladen mit kostbaren Maaren,hiehcr entsenden werde. Schließlich bat Gama den Samorin,das Geheimniß seiner Reise nicht den in Kalikut anwesendenMauren mittheilen zu lassen; denn er halte schon durch Mon-saide erfahren, daß die dortigen Mauren Pläne zu seinem Ver-derben schmiedeten.
In der That hatten die arglistigen Muhamedaner bereitsmehrere Zusammenkünfte gehalten, um zu bcrathschlagen, wie sieden Portugiesen die Gnade des Königs entziehen könnten. Sieverführten und brachten durch Bestechungen selbst die Vertrautendieses Fürsten auf ihre Seite. Gleichzeitig verbreiteten sie dasGerücht, daß Gama ein Seeräuber sei, welcher in allen Theilcnjener Gegenden, wo man ihn gastsrcundschaftlich ausgenommen,die Spuren seiner Räubereien zurückgclassen habe. Wenn dieseskleine Feuer nicht im Beginn erstickt würde, könnte später leichtein stürmender Brand das ganze Reich vernichten.