Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
198
Einzelbild herunterladen
 

198

Palladium.

mit Wasser verdünnt, mit Cblorwasserstoffsäure versetzt,und zu dem filtrirten Gemische Ammoniak in kleinen An-theilen zugefügt und umgerührt, so lange als noch einNiederschlag entsteht. Dieser Niederschlag besteht auskleinen, rosenfarbnen Krystallnadeln und soll ein basi-sches Doppelsalz von Palladium sein. Man giebt genauacht, wann das Ammoniak keinen Niederschlag mehr be-wirkt, filtrirt dann und verdampft die Flüssigkeit zur Kry-stallisation *). Die Krystalle sind hauptsächlich ein am-moniakalisches Doppelsalz von Rhodium, welches rubin-rothe sechsseitige Prismen bildet, worunter sich aber auchnicht selten vierseitige Prismen von gelbgrüner Farbe fin-den, welche ein neutrales ammoniakalisches Doppelsalzvon Palladium sind, das man von dem Rhodiumsalze da-durch trennen kann, dafs man es pulvert und das Palla-diumsalz mit Alkohol von 0,S37 auszieht. Aus diesen Pal-ladiumsalzen erhält man dann das Metall reducirt, wennsie allmählich bis zur starken Glühhitze erhitzt werden.

Dieses Metall ist dem Ansehn nach dem Platin völ-lig ähnlich. Es ist sehr geschmeidig, und sein eigenLhüm-liches Gewicht ist im geschmolzenen Zustande 11,3, undnachdem es gewalzt ist 11,8. Es ist sehr strengflüssigund feuerfest. Zum Sauerstoff hat es eine schwache Ver-wandtschaft und bleibt auch beim Weifsglühen metallisch.In einer gewissen Temperatur läuft es auf der Oberflächemit bläulicher Farbe an und wird suboxydirt, aber beieiner höheren wird es wieder metallisch. Auf der positi-ven Seite in der elektrischen Säule wird es nicht oxydirt,und im Kochen mit concentrirter Schwefelsäure oder Chlor-wasserstoffsäure wird es höchst unbedeutend angegriffen;aber es giebt jedoch diesen Säuren eine mehr oder weni-ger rothe Farbe. Von Salpetersäure wird es mit braun-rother Farbe aufgelöst; die Säure wird in salpetrichteSäure verwandelt, und man sieht kein Salpetergas sichentwickeln, wenn man die Flüssigkeit nicht erhitzt, wo-

) Die Mutterlauge enthält meistens viel Kupfer, Eisen und Queck-silber, so wie sehr geringe Mengen jener edleren Metalle.