Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
179
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Platinoxyd. 179

dann darin mit 12 Th. Sauerstoff verbunden, welches un-gefähr limal so viel ist, als das Platin im Oxydul auf-nimmt; dieses Oxyd würde also gerade zwischen den vor-herbeschriebenen Oxyden liegen. Bei einigen Versuchen,die ich angestellt habe, um auszumitteln, ob ein solchesPlatinoxyd existirt oder nicht, behandelte ich Platinpulvermit kaustischem Kali in der Rothglühhitze in einem offe-nen Gefäfse. Das Metall wurde davon völlig oxydirt.Die Masse wurde in Wasser aufgelöst, wovon ein Theildes Oxyds aufgenommen wurde. Es ward mit Salpeter-säure niedergeschlagen. Dieses Oxyd gab 72,6 ProcentMetall, 18,4 Proc. saures Wasser und 9 Proc. Sauerstoff;und es sind darin lOO Th. Metall mit 12,38 Th. Sauer-stoff verbunden. Das im Alkali unauflösliche Oxyd wardasselbe Oxyd, mit einer Portion Kali verbunden, welchesmit Salpetersäure ausgezogen werden konnte; es enthältjedoch nach dieser Operation immer sowohl Salpetersäure,als Wasser. Es scheint also, als würde durch die Mit-wirkung der Alkalien wirklich ein intermediäres Oxydbei dem Platin gebildet, eben so wie wir es bei Iridiumund Rhodium finden werden; ich habe jedoch nicht Ge-legenheit gehabt, die hier angegebenen Versuche zu wie-derholen; ich kann also das hier Angeführte nur als eineVeranlassung zu weiteren Untersuchungen ansehen. Ichhabe Davys Knallplatin in concentrirter Chlorwasser-stoffsäure aufgelöst, und gefunden, dafs es zur Ausfällungdes Platins eben so viel Quecksilber erfordert, als wennes aus gewöhnlichem Platinchlorid gefällt wird, worauserhellt, dafs das intermediäre Oxyd sich nicht darin be-findet.

Edmund Davy giebt an, dafs, wenn die Auflösungdes schwefelsauren Platinoxyds mit Alkohol gemischt undentweder einige Tage ruhig stehen gelassen oder damiteine Weile gekocht wird, ein schwarzer Stoff sich nie-derschlägt, und die Auflösung farblos oder nur ein we-nig gelblich wird. Der Niederschlag wird mit kochen-dem Wasser gewaschen, bis es nicht mehr sauer reagitt,und wird darauf im Wasserbade getrocknet. Es ist ein

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