Halo'ülsalzc. 933
res Silberoxyd, sind unauflösliche, weifse Nieder-schläge.
B. Haloi'clsalze von Silber.
Chlorsilber (salzsaures Silberoxyd) ist ein unauf-lösliches, weifses Pulver, welches aus allen Silbersalzen,die unterschweflichlsauren Salze ausgenommen, gefälltwird, wenn sie mit Chlorwasserstoffsäure oder mit Chlor-metallen behandelt werden. Es hat anfangs ein grofsesVolumen, und ist käseähnlich, aber es sammelt sich inder Wärme zu einer schweren, schneeweifsen Masse. ImWasser ist es unauflöslich, und man kann den geringstenGehalt von Chlörwasserstoffsäure oder einem Chlormetalleim Wasser entdecken, wenn man einen Tropfen einerAuflösung von salpetersaurem Silberoxyd zusetzt. DieFlüssigkeit opalisirt nach einigen Augenblicken, und wennman sie in’s Sonnenlicht stellt, so nimmt sie eine wein-rothe Farbe an und setzt nach einiger Zeit ein dunkel-braunes Pulver ab. Die Empfindlichkeit dieses Reagens fürChlorwasserstoffsäure ist, nach Pfaff, so grofs, dafs dieseSäure, mit 113|- Millionen Mal so viel Wasser verdünnt,sich deutlich zu erkennen giebt, w'enn sie mit salpeter-saurem Silberoxyd vermischt wird, welches jedoch bei derMischung von Chlorwasserstoffsäure mit 227 i Millionenso viel Wasser kaum merkbar wird. Chlorwasserstoffsäurelöst das Chlorsilber auf, besonders wenn sie concentrirtist, und je nachdem es abgedampft wird, schiefst dasChlorsilber daraus wieder in octaedrischen Krystallen an.Die Auflösung wird durch Verdünnung mit Wasser nie-dergeschlagen. Von kaustischem Ammoniak wird es leichtaufgelöst, und das Salz schiefst wieder daraus an, wenndas Ammoniak verdampft. Bei einer erhöheten Tempe-ratur wird es zuerst rosenroth und schmilzt nachher zurklaren gelblichen Flüssigkeit, welche nach dem Erkaltenweifs ist, mit dem Messer geschnitten werden kann, undan Consistenz dem Horne ähnelt; von den älteren Che-
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