Druckschrift 
2,2 (1826)
Entstehung
Seite
917
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Sauerstoffsalze. 917

wenn man das Silber durch Niederschlagen mit Kupferoder Kochsalz reinigen will.

Unterschwefelsaures Silberoxyd wird, nachHeeren, durch Auflösung von kohlensaurem Silberoxydin Unterschwefelsäure erhalten. Es schiefst in wohl aus-gebildeten, an der Luft beständigen prismatischen Krystal-len an. Es ist in 2 Th. Wassers auflöslich; bei dem Er-hitzen verwandelt es sich in ein graues Pulver, welchessich, mit Hinterlassung von etwas Schwefelsilber, in ko-chendem Wasser auflöst. Das unterschwefelsaure Silber-oxyd enthält 8,72 Th. Wasser, dessen Sauerstoff 2 Malso viel wie der des Silberoxyds beträgt. Wird zu einerAuflösung dieses Salzes Ammoniak im Ueberschufs gesetzt,so scheiden sich bald kleine Krystalle von unterschwe-felsaurem Silberoxyd-Ammoniak aus.

Schweflichtsaures Silberoxyd erhält man, wenndas Oxyd mit schweflichter Säure übergossen, oder wennein Silbersalz mit einem schweflichtsauren Alkalisalze,oder auch mit schweflichter Säure niedergeschlagen wird.Das Salz setzt sich in kleinen, glänzenden, weifsen Kry-stallnadeln ab, die sich nicht in der Luft, und, nachFourcroy, auch nicht im Sonnenlicht verändern. Mitschweflichtsauren Alkalien giebt es Doppelsaize.

Unterschweflichtsaures Silberoxyd. Die un-terschweflichte Säure hat, nach Herschels Versuchen,eine ausgezeichnet grofse Verwandtschaft zum Silberoxyd,obgleich die Verbindung nicht von langer Dauer ist, undsehr bald zersetzt wird. Wenn man einer verdünnten Auf-lösung von neutralem, salpetersaurem Silberoxyd, in klei-nen Portionen, eine verdünnte Auflösung eines neutralenunterschweflichtsauren Salzes zumischt, so erhält man einenweifsen Niederschlag, der nach einigen Augenblicken wie-der aufgelöst wird. Setzt man allmählich so viel zu, dafsder Niederschlag beständig wird, aber nicht so, dafs sich dasSilbersalz völlig zersetzt, so bekommt man eine schmutzig-graue, flockige Masse, die sich unverändert erhält; unddie Flüssigkeit, die untersch weflichtsaures Silberoxyd ent-II. 59