Haloidsalze. 901
Tellursaures Quecksilberoxyd ist ein weifser,unauflöslicher Niederschlag.
B. Haloidsalze von Quecksilber.
Chlorquecksilber. a) Quecksilberchlorür(Salzsaures Quecksilberoxydul) ist ein in der Arzeneikunstsehr merkwürdiges Präparat, und wurde vormals von denPharmaceuten Mercurius dulcis genannt, wenn es durchFällung bereitet war, und Calomel, wenn es durch Subli-mation dargestellt wurde. Man kann dieses Salz nachzwei verschiedenen Methoden fabrikmäfsig bereiten, durchwelche es von gleicher Güte erhalten wird, wenn mannur die nöthigen Yorsichtsmafsregeln beobachtet. Die amwenigsten kostspielige Art ist folgende: Man digerirt 1|.reines Quecksilber mit 1 Th. reiner Salpetersäure von 1,2bis 1,25 spec. Gewicht so lange, als noch etwas Queck-silber aufgelöst wird. Wenn das Volumen des Quecksil-bers nicht mehr abzunehmen scheint, läfst man die Dige-stion noch eine Weile fortfahren, bis die Flüssigkeit einegelbe Farbe anzunehmen anfängt. Man hat dann eineAuflösung von i Th. Kochsalz in 32 Th. destillirtem Was-ser bei der Hand, die man beinahe zum Kochen erhitzt,und wozu man eine Portion Chlorwasserstolfsäure gemischthat. Die Auflösungen werden nun zusammengegossen, wo-bei die Salze die Basen wechseln, und man erhält Queck-silberchlorür, welches als ein weifses Pulver niedergeschla-gen, und mit der überstehenden Flüssigkeit eine Weiledigerirt wird, worauf man es mit kochendem Wasserauf’s Genaueste auslaugt. Umstände, die ein Mifslingendieser Operation verursachen können, sind: 1) Dafs manweniger Quecksilber genommen hat, als die Säure aufzu-lösen fähig war, wodurch man salpetersaures Quecksilber-oxyd erhält, welches mit dem Chlor ein auflösliches Salzgiebt. Man verliert zwar dadurch, dafs das Quecksilber-chlorid in der Auflösung zurückbleibt, aber der Nieder-schlag ist jedoch, nachdem man ihn gewaschen hat, einII. 58