Druckschrift 
2,2 (1826)
Entstehung
Seite
818
Einzelbild herunterladen
 

818

Salze von Blei.

men Weifsbleierz, in durchsichtigen, weifsen Krystal-len angeschossen, im Mineralreich vor. Es wird durchKunst bereitet und erhält dann den Namen Bleiweifs.Man erhält es sowohl, wenn Bleisalze mit kohlensaurenAlkalien niedergeschlagen werden, als wenn metallischesBlei bei -j-45° Dämpfen von Essig ausgesetzt wird. Dieletztere Operation wird im Grofsen angewandt, und dasdabei erhaltene kohlensaure Blei hat, aufser den geringe-ren Bereitungskosten, die Eigenschaft vor dem mit Alkaliniedergeschlagenen voraus, als Malerfarbe besser zu dek-ken. Man bereitet es folgendermafsen: In einen steiner-nen Krug giefst man Essig, und zwei Zoll über die Ober-fläche des Essigs stellt man auf ein Kreuz von Holz eineRolle von ausgeplattetem Blei, welche fi Fufs lang, 6 Zollbreit und ungefähr -'^ Zoll dick ist. Es ist so zusammen-gerollt, dafs die Wände ungefähr \ Zoll von einanderabstehen. Der Krug wird in ein Bett von gehacktemStroh, das mit Pferdeurin befeuchtet wird, oder in einBett von Gerberlohe gesetzt und mit einer Bleiplatte be-legt. Nach ungefähr vier Wochen ist die Oberfläche desBleis mit einer Rinde von Bleiweifs bedeckt, die durchAufrollen des Bleis losgeurochen und darauf mit einerMetallbürste abgekratzt wird. Das unverzehrte Blei wirdwieder eingesetzt, bis es völlig in kohlensaures Blei ver-wandelt ist. Das erhaltene Bleiweifs wird zu Pulver ge-mahlen und geschlämmt. Bei dieser Gelegenheit ist eslür die Reinheit der Farbe höchst wesentlich, dals dieBleiplatten so dünn sind, dafs sie völlig durchfressen wer-den, denn sonst wird die Farbe vom unangegriffenen Me-tall, welches sich als eine graue Rinde mit der innerenLage von Bleiweifs mischt, verunreinigt. Die Erfahrunghat gelehrt, dafs bei einer Temperatur unter -J-35 0 dasBleiweifs immer mit grauen metallischen Bleitheilen ge-mischt, dafs es dagegen bei der Temperatur, die -j-50°übersteigt, gelblich wird. Wie der Essig dabei wirkt, istnicht hinreichend ausgemittelt. Versuche, die in diesenletzteren Jahren im Grofsen angestellt worden sind, ha-ben gezeigt, dafs, je besser die Luft ausgeschlossen wird,