Druckschrift 
2,2 (1826)
Entstehung
Seite
640
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640 ' Salze von Calcium.

durch Auflösung von kohlensaurer Kalkerde in Borfluor-wasserstoffsäure erhalten, ohne dafs man aber die Säuresättigt. Wird dann die Auflösung dem freiwilligen Ver-dampfen überlassen, so erhält man zuerst Krystalle vonBorsäure (die der Säure beigemengt war), und hieraufsetzt sich das Kalksalz in Gestalt eines gelatinösen Nieder-schlags ab. Concentrirte Fluorborsäure verwandelt künst-liches Fluorcalcium in dieselbe gelatinöse Masse, welchebei Zusatz von mehr Säure aufgelöst wird. Wird diesegelatinöse Masse eingetrocknet, so bildet sie ein Pulver,welches Lackmuspapier rötbet, sauer schmeckt und vonWasser zersetzt wird, welches ein saureres Salz auflöstund eines mit Ueberschufs an Fluorcalcium zurückläfst.

Kieselfluorcalcium (Flufssaure Kieselkalkerde) er-hält man am besten durch Auflösen von kohlensaurer Kalk-erde in Kieselfluorwasserstoffsäure und Abdampfen der Auf-lösung bei gelinder Wärme. Es kann auch erhalten wer-den, wenn Flufsspathpulver mit Kieselsäure vermischt undmit Chlorwasserstoffsäure digerirt wird. Dieses Salz istnicht ohne Säure-Ueberschufs im Wasser löslich und kry-stallisirt in dem Grade, als der Ueberschufs von Säurebeim Abdampfen verfliegt. Es schiefst sehr regelmäfsigin vierseitigen Prismen an. Diese Krystalle werden vomWasser zersetzt, welches ein saures Salz auflöst und einPulver zurückläfst, das Fluorcalcium in einem gröfserenVerhältnisse enthält. Aus der erhaltenen Auflösung schielstbeim Abdampfen wieder dasselbe Salz an. Es löst sich inChlorwasserstoffsäure ohne Zersetzung auf, und nur beifortgesetzter Abdampfung entweicht Kieselfluorwasserstoff-säure und es bildet sich Chlorcalcium; wird die frisch be-reitete Auflösung mit kaustischem Ammoniak gefällt, sowird Fluorcalcium, innig vermengt oder vielleicht verbun-den mit Kieselsäure, abgeschieden und die Flüssigkeit ent-hält Chlor- und Fluor-Ammonium.

Titanfluorcalcium wird durch Auflösung von koh-lensaurer Kalkerde in Titanfluorwasserstoffsäure und Ab-dampfung der Auflösung in prismatischen Krystallen er-halten. Es ist nur bei Ueberschufs an Säure auflöslich und