aus der Luft anzieht, und dann ihre zündende Kraft ver-liert. Man bereitet in neueren Zeiten auch eine Art Pul-ver davon, welches den Namen Percussionspulvererhalten hat, weil es durch einen Schlag entzündet wird,und welches man auf der Zündpfanne bei Jagdflinten ge-braucht. Man hat mehrere Vorschriften zu seiner Berei-tung. Die einfachste ist folgende: 10 Th. gewöhnlichesJagdpulver werden mit Wasser ausgelaugt, worauf dasunaufgelöste noch nafs mit 5^ Th. chlorsaurem Kali, daszuvor zu äufserst feinem Pulver gerieben worden ist, in-nig vermischt wird. Man kann die Masse ganz dünnmachen, weil das Salz so wenig in kaltem Wasser lös-lich ist, und es vermischt sich besser, wenn die Massenicht zu steif ist. Dieses Pulver ist gefährlich zu handha-ben, wenn es trocken ist. Man hat verschiedene Wegeeingeschlagen, um es weniger gefährlich zu machen; manmachte zuerst grobe Körner, von denen eines in die Ziind-pfanne gelegt und durch einen Schlag mit dem Hahneentzündet wurde; sie explodirten aber bisweilen in demPulverhorne. Dann machte man die Körner gröfser undüberkleidete ein jedes mit Wachs, und endlich blieb mandabei sielten, in kleine Hütchen von Kupfer einen Tro-pfen der nassen Pulvermischung zu tropfen und ihn darintrocknen zu lassen. Die Flinte hat, statt der Zündpfanne,einen aufrechtstehenden Dorn, durch welchen ein Lochbis zum Pulver im Laufe geht. Auf diesen Dorn wirddas Kupferhütchen beim Laden der Flinte gesetzt. BeimLosdrücken fällt der Hahn auf das Hütchen, wodurch sichdas Pulver entzündet und die Flamme bis in den Laufgetrieben wird. Beim Abbrennen des Pulvers bildet sichetwas schwefelsaures Kali und Chlorgas, neben dem Chlor-kalium, wodurch die Gewehre sehr schnell rosten, weshalbman nun meistens das Percussionspulver in diesen Hütchenmit knallsaurem Quecksilberoxydul vertauscht.
Oxychlorsaures Kali ist vom Grafen Stadionentdeckt worden. Man erhält es, wenn man das chlor-saure Kali schmilzt, und dann mit concentrirter Schwefel-säure übergiefst, und damit bei -J- 40° bis 50° so lange