General. Wie viel Unglück wartet aus mich — Was bistDu — redel Nur eine Betrügerin — nur ein sittenloses Weib— so ist'S noch ein Glück I Oder bist Du mit dem Verrälher —mit dem Mgen — mit ihm und dem Feinde einverstanden!
Gras. Kennen Sie Ihre Tochter nicht mehr! HerrGenerali
General. Die Festung ist verloren — das wichtigsteWerk ist genommen — meine Ehre ist dahin — mein Name istgeschändet — meine Tochter mit im Komplott! Fragt sie doch —schafft mir nur die Gewißheit, hat sie Theil am Berrath odernicht!
Sophie. Mein ist alle Schuld — auf meine Bitte ist ergekommen — auf meine dreimal wiederholte Bitte! Was Siesonst fragen, verstehe ich nicht.
General. Ist kein Verständniß mit dem Feinde — keinVerralh von dem Du wußtest — beantworte mir das?
Sop hie. So wahr Gott lebt, ich weiß von nichts!
General. Gut. — Herr Major — Kriegsrecht über denElenden — der Auditeur hat den Auftrag schon. Ich will es be-schleunigt wissen.
Major (geht).
Sophie (stürzt zu seinen Füßen). Barmherzigkeit! Vater —wenn Ihnen das Leben — das Gewissen Ihres Kindes werthist — mein ist alle Schuld — Gnade dem unglücklichen Manne!
General (macht sich tos). Fort!
Sophie. Nein! (Sie ergreift seine Hand.) Nein, Sie machenSich nicht, nie von mir los —
General. Der Vater hat nicht Zeit, über eine unge-ratheue Dirne zu wimmern. Der General hat zu handeln