216
Doktor. Sie wollen dort seine Ernennung znm geheimenSekretär bekannt machen —
Schklmcrath. Still! Stillt Kein Wort mehrt SeineExcellenz — bei mir speisen? Unser erster, göttlicher Minister -bei mir speisen? Oefsentlich Lei mir anfahreu?
Doktor. Ja. Der Geheimerath Seeger ist ein großmüti-ger Mann, sagte der Minister —
Ec he Imrrath. Ach nein — sagten das der Herr von
mir?
Doktor. Ja. Ich will ihn nicht erniedrigen. Er magselbst thun, was seinem Herzen und mir Ehre und Freudemachen kann.
Gchcimerath. Iw Für seine Excellenz - sür die Ehre
— die Gnade — Ach Gottl dessen kann sich ja keiner von meinenKollegen rühmen — Liebster Doktor — süßester Menschenfreund
— wer wäre ich unempfindlicher Mann — wenn ich dagegennicht mein Herz selbst auf die Tafel setzen ließe! — Ach Gott,wenn doch nur Austern zu haben wären!
Doktor. Und hier ein Handschreiben Seiner Excellenzan Sie.
Gchcimcrath (faltet die Hände). OlDoktor. Lesen Sie.
Echclmcrath (nimmt c» und verbeugt sich). „An des HerrnGeheimerath Seeger, Hochwohlgeboren!" — Wie gütig find derHerr! Gott erhalte Seine Excellenz. (Er öffnet da« Couvert mitdem Messer.) Respekt vor dem Wappen! (Er liern) „Meinlieber Geheimerath Seeger!" (Er küßt den Brief.) Der Herrhaben ein Herz wie ein Engel. (Er trocknet sich die Augen.) „Ichwünscht morgen Mittag bei Ihnen zu essen." — Er wünscht?
— Er soll befehlen — er soll — Gerechter Gott — ich lasse