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Doktor (zärtlich forschend). Nim wissen Sie es.
Henriette. Empfinden Sie, was Sie unserm Hause sind?
Doktor. Ja! Ich weiß auch, was Mitleiden und Dank-barkeit für ein edles Herz vermögen. Ich gestehe Ihnen — daßich der Aufopferung eines erkenntlichen Herzens keine Erhörungverdanken will. (Er steht fie zärtlich an.) Wenn Ihr Herz demmeinen nicht begegnet, und nie dürfte ich das erwarten — soweiß ich zu entsagen und zu leiden.
Henriette. Sollen wir uns Worte geben oder Wahrheit.?Sollen zwei Seelen, die das reinste, heiligste Gefühl einandereutgegensührt, an der Scheidewand eines irrigen Ehrbegriffs wiederumkehrcu?
Doktor. Was hält mich, daß ich meine Gelübde in IhreHand gebe? — Die Ehrlichkeit meiner Liebe. Soll ich — durchUeberraschung diese kräftige Jugend an meine verblühten Tagefesseln ?
Henriette. Sie haben eine treffliche Frau verloren —ich einen unwürdigen Liebhaber. Sie sagen, Ihr Frühlingsey vorüber — der meine wird es, so wenig Jahre ich zähle,bald sepn.
Doktor. Hören Sie aus —
Henriette. Ist es, daß vielleicht jetzt ein frischer Etwas— in meinem Gesicht interesfiren könnte? — Das verliert sichbald. Meine Physiognomie mag Gutinüthigkeit enthalten, aberdas Anziehende eines Charakters hat sie nicht.
Doktor. Ewig wird dieß Herz auf diesem Gesichte sprechen —
Henriette. Ich habe keine Mitgift — als — gute Launevom Vater — Ehrlichkeit von der Mutter. Sie — lieben miteiner Schwärmerei, die alles erhöht und veredelt, was Sie um-faßt. Ich — empfinde die ganze Kraft der Dankbarkeit, das