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Hofrath. Halten Sie —
Raulllug (halt inne).
Hofrath. — Es ist zu spät — öffnen Sie. Mußt Du er-rötheu, so kann ich Dich nun nicht mehr retten.
RaIIning (hat entsiegelt und lteSt auf dem zweiten Umschläge):„Papiere der Frau Hofräthin Listenfeld vom Jahre 1788 bi»hierher 179t."
Hofralh. Sie zittert I Gott t Sie zittert —
Hofräthin. Ich habe eine gute Sache — erröthen werdeich nicht, Haffen wirst Du mich auch nicht, mißfallen könnte ichDir — mißdeute mich nicht, daß ich in diesem Augenblicke davorzittre. — Lesen Sie.
RannIng. Da ist ein Brief — au Herrn Sekretär Ram-stein — Es ist der Frau Hofräthin Hand. Soll ich diesen Briefvorlesen?
Ra in stein. Allerdings!
Hosrath. Sophie I Ich will Dich Deines Wortes entlasten— tritt noch zurück.
Hofräthin (gibt der Raunlng ein Zeichen zu lesen).
Ra UN tilg (liest) I „Einziger, treuer Freund unseres Hauses!Es wird Zeit, daß ich Ihnen ein Geheimniß mittheile, das nunschon ein halbes Jahr besteht, allein ohne Ihren Beistand fernernicht bestehen kann. Ich zeichne, ich male — Dieß bat mir undmeinem Manne schon manche Freude gegeben. Aber ich bin Haus-frau, Mutter — will ich diese Dinge jetzt noch als Vergnügenfortsetzen, so werden sie der Haushaltung lästig. Mich davon schei-den, tbäte mir weh — daher muß ich sie nützen." — Das istwohl nur ein Gelegenheitsbrief?
Ram stein. Lesen Sie weiter, Mamsell.
Rann ing. „Unser Haus kostet viel, und an Einschränkungmag ich nicht denken, da mein guter, arbeitsamer Mann Erholung