Lcrg. Erfahrung hat sie ihm gegeben.
Listenfeld. Erfahrung?
Lcrg. Sic wollen Deutlichkeit?
Lcstcnscld. Ja.
Lcrg. Erfahrung, daß manche Tugend seiner FrauManier ist.
Le stell seid. Manier?
Lcrg. Gut gehaltene Manier. Jndeß, sobald Manier imSpiel ist — gilt eine wie die andre. Welche die wenigsten Forde-rungen macht, ist bann die beste.
Lestenfeld. Sie, die Nächte in Thränen zubriugt, und demgequälten Manne nicht eme finstere Miene —
Lcrg. Wird von Namstcin geliebt.
Lcstcnfcld. Abscheuliche Verleumdung!
Lcrg. Der zum Scheine ihre Schwester heirathen wollte;da sie unvermnthet einwilligt — jahrelangen Aufschub fordert.
Lcstcvfcld. Das glauben Sie alles?
Lcrg. Ich und Lestenfeld und mehrere.
Lestenfeld. Glauben, daß meine Nichte —
Lcrg. Geliebt wird.
Lcstcnscld. Und daß sie liebt —
Lcrg (zuckt die Achseln)
Lcstcvfcld. Glauben Sie auch?
Lcrg. Ich glaube nichts, ich räume Lestenfeld nichts ein.Gleichwohl ist ewige Treue mir ein Mährchen.
Lcstcnscld. Darum ist mein Neffe so finster?
Lcrg. Ja. — Aber ich höre den Hofrath.
Lcstcnscld. So fordre ich Sic auf, den Einfluß auf seinHerz zu gebrauchen ; ich habe den meinigen verloren. Er sollgegen seine Frau nicht weich seyn, nicht gut — gerecht soll erSffland, tbeotral. Werke. VII. 15