Druckschrift 
7 (1859) Frauenstand Die Höhen
Entstehung
Seite
148
Einzelbild herunterladen
 

148

ste nicht um des Aufsehens willen thut. Wahr! Dann auch ister reich, und man kommt immer dem Reichthnm entgegen.

Listenfeld. Aha! Darum mußt Du durch Entkräftungreich scheinen. Neffe, was wird Berg Dich scheinen lassen, wennDu nun nicht mehr reich scheinen kannst?

Hofrath. Bei Gott, Sie verkennen ihn

Lcstenfetd. Nicht doch! Er hat Imagination, undmeint, daß er das glaubt, was er Dich lehrt. Er vergißtaber, daß noch zu viel Saft und Kraft in Dir ist, als daßDu seinen frivolen Weg mit Sicherheit gehen könntest; daherzersprengst Du alle Augenblicke die gebrechlichen Schranken, dieer Dir setzt.

Hofrath. Alles dieß lieber Onkel, wohin soll es unsführen?

Lcstenfetd. Wir sind daran: Zum frühen Grabe DeinerFrau und einem trostlosen Alter sür Dich!

Hosrath. Was?

Lcstenfetd. Höret Die erste Basis von Bergs System ist,die Frau die Ehefrau zur Haushälterin herabzuwiirdigen.Dahin leitet man Dich

Hofrath. Onkel

Lcstenfetd. Du gehst freilich diesen Weg mit Sträubenaber Du gehst ihn doch.

Hosrath (hcstlg). Nein! bei allem

Lcstcuseld. Ja! Du willst und kämpfest; Dukämpfest und leidest. Dieß soll niemand sehen denn jedeUnentschlossenheit ist Schwäche; das fühlst Du doch noch daherentsteht Zurückhaltung. Und nun laß mich feierlich die Frage anDich thun, warum ich eigentlich gekommen bin: Ob Du be-dacht hast, wohin Zurückhaltung des Mannes die Frau endlichführen kann?