Sechster Austritt.
-Zimmer des Präsidenten.
Der Pr« side nt und Fräulein Lehning treten ein.
Präsident. Nicht so ernst und zagend — seyn Sie gutenMuths, liebe Sophie!
Fräulein (in lebhafter Unruhe). Ihr Schicksal —
Präsident. Es steht ziemlich in meiner Hand.
Fränlcin. Das Aufsehen durch die ganze Stadt —
Präsident. Es ist das letzte Aufsehen, was ich machenwerde.
Fräulein. Die vielen Leute, die beständig um das Hausherum sind —
Präsident. Ich habe sie bitten lasten zu gehen. Sie liebenmich und werden es thun —
Fräulein. Welch ein Ende wird dieß alles nehmen?
Präsident. Wir lassen den Glanz zurück und nehmen dieRuhe mit.
Fräulein. Ich wünsche es — aber dars ich es auch wün-schen? Hier reicht mein Verstand nicht zu —
Präsident. Je mehr die Welt mich abweiset, je innigerschließe ich hier mich an.
Fräulein. Kann denn nicht beides mit einander^bestehen,Ihre Thätigkeit für die Welt und meine stille Liebe?
Präsident. Nur in der Empfindung lebt der Mensch undwie ist diese hier gemißhandelt? Die Liebe verlangt von mir keinOpfer, die Freundschaft hat es verworfen — aber der gekränkteMenschenwerth fordert Abgeschiedenheit von der Menge.