Präsident tmit Würde). Eine Hoffnung, die Sie selbst soganz verschoben haben!
Präsidentin. Mit meinem großen Vermögen nnd meinenVerbindungen hätte ich längst in der Residenz mich geltend machenkönnen. Ich verlange Einflnß, oder —
Präsident. Vollenden Sie nicht. Ein harter Gedanke istleicht gesagt und es kostet nachher Zeit und Mühe, seine Wirkungauszulöschen.
Präsidentin. Sie sind heute auf einem sonderbaren Tonmit mir, Herr Präsident.
Präsident curmmihtg). Es geht mir heute sonderbar.
Präsidentin. Vermuthlich Ihre Schuld.
Präsident. Ich bin gekommen, mit meiner Freundin ver-traulich darüber zu reden.
Präsidentin. Vorher sagen Sie mir — wird der Schneiderhier angestellt?
Präsident. Nein, Ich kann bei Gott nicht.
Prä st deniin (höflich). Wir wollen nicht mehr davon reden.— (Kalt.) Was haben Sie mir zu erzählen?
Präsident. Zu vertrauen, liebe Julie! Ich bedarf einerFreundin — Von manchen Seiten her sagt nnd wiederholt manmir, ich habe so viele Feinde —
Präsidentin (lacht). Die Innung der hiesigen Schneiderkann nicht darunter seyn.
Präsident (macht eine Bewegung heftig zu antworten, fasst sichater wieder).
Präsidentin Nun? Was beliebt?
Präsident. Ich wollte eben lebhaft werden — aber ich sagtemir — derselbe Humor, der eben in diesem Augenblicke mich beugt,kommt aus einer Quelle mit liebenswürdigen Eigenheiten.
Präsidentin (geht einige Schritte).