Präsident. Das kann ich nicht! Lieber trete ich ab vonmeiner Stelle und nehme nichts mit mir als das Schreiben, dasmeine Gutmüthigkeit mir vorwirft. Reichthum bedarf ich nicht,Ehre gibt mir da« Bewußtseyn, und manches Andenken an meinenguten Willen wird in der Ferne das ärmliche Mahl würzen, dasmein Talent mir erwerben kann!
Sekretär. Schlagen Sie ein!
Präsident. Wozu?
Sekretär. Daß Sie Ihren Weg anders gehen, oder wennSie das nicht können, selbst abtreten wollen von Ihrer Stelle!
Präsident. Das würbe ich können — ja, und ohne Schmerzwill ich es können.
Sekretär. Gut. Aber nicht eher bis Sie nichts mehr für diegute Sache wirken können. An dieser Entscheidung stehen wir jetzt.
Präsident (dem das auffsllt). Wie?
Sekretär. Ihre Güte nennt man Schwäche, Ihre Milde— Verschwendung, Ihre Offenheit — Leichtsinn! Selbst IhreAnsprnchlosigkeit hat Ihnen geschadet. Der üble Wille hat allemeinen bösen Schein geliehen — darum wird auch Ihre Freundschaftfür mich hart getadelt. Die Gährung ist schnell aufgestiegen, nunschweigen auch Ihre Freunde zu den Lästerungen, und Sie dürfensich nicht wundern, wenn einst die, welche Sie verbessert, befördert,aus dem Elend gezogen haben, Ihre Ankläger werden. Sie sinduntergraben, Sie können fallen! Ihre Ehre fordert, daß Siewiderstreben, sollten Sie aber auf eine klägliche Art sinken — dannbin ich der Erste, der Ihnen zuruft — verlassen Sie selbst dengefährlichen Boden.
Präsident (mit ernstem Nachdenken). Hm!
Sekretär. Leerfeld! Wenn Sie selbst das aufgeben, wasdie dumme Menge ein Glück nennt — so kann ich ruhig zusehen.