Louise. Ich thue nichts, was Sie mir sagen, und fürchtealles, was Sie wollen.
Friederike. Louise!
Louise. Schmeicheln Sie nicht. Seyn Sie rauh, undhart und böse, und schmähen Sie mich; das ist Ihr Ton, dannsind Sie wahr.
Friederike. Sie werden uns das noch danken, was wirfür Sie gethan haben.
Louise. Was haben Sie denn gethan? Meiner Ehrehaben Sie weh gethan. Meinen Bater krank gemacht. Jakrank — das ist abscheulich, und muß Ihnen keinen Segenbringen.
Friederike. Krank?
Louise. Und er hat Ihnen allen doch nicht geflucht, undhat nicht einmal von Ihnen gesprochen.
Friederike. Weil er sein Unrecht sühlt.
Louise. Unrecht? Sehen Sie ihn an, ob auf seinemtodtenblassen Gesicht ein Unrecht steht? Nein! nein! Ihres VatersGesicht, das ist ein Gesicht, worauf das alte Unrecht steht.
Friederike. Louise, Sie werden bitter!
Louise. O ja! o ja! und wenn ich an den armen krankenMann denke, und daß Sie die Bosheit haben, noch daher zukommen, und daß ich Ihnen ins Gesicht sehen muß, so könnte ichboshaft werden — das war ich noch in meinem Leben nicht, alsjetzt, da ich Sie sehe.
Friederike. Ihre Kindheit spricht Sie frei.
Louise. Und Ihr Alter klagt Sie an.
Friederike. Nun, mein liebes, junges Kind, ich bingekommen mit einer Handvoll Mitleid, für den armen krankenManu, den Sie so lieben; Ihnen zu sagen, daß eben die