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9 (1860) Der Vormund [u.a.] Bewußtsein
Entstehung
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Gräfin. Darauf sind wir freilich von Kindheit au vor-bereitet. Aber dennoch —

Seheimerath. Ich hoffe; aber merk es Dir — ich kannnur hoffen, — Dich so glücklich zu sehen, wie cS irgend einegute Hausfrau seyu kann. Von Sophien kann ich das nicht sagen.ES thut mir leid; aber cS läßt sich nicht anders machen. Also —ich wünsche Dich verheirathrt zu sehen, und wenn ich Dich jetztbitte, an alles zu denken, was ich über diese Lage, in dem FallDir väterlich sagte, so verspreche ich Dir doch auch, Du sollst nieverhandelt werden.

Gräfin. Bester Onkel! — Vater! — Meinen Vater kannteich ja nicht — Sie ließen mich ihn nie vermißen; und wenn erlebte — vielleicht dächte er nicht so! Vater — was Sie mirda eben versprechen — ist so gut, so liebevoll; lassen Sie mich —(Eie will knlecn.)

Gchclmrraih. Nicht so —

Gräfin. Mein Herz will es — ich muß! Fordern Siealles von mir! — was Sie glücklich macht, — macht mich zu-frieden. (Sie steht auf.) Ich habe mich stets glücklich gefühlt;aber vor diesem Punkte Hab' ich gezittert — dann, dachte ich, wirstdu zum erstenmal fühlen, daß du keine Mutter hast. — Wenn Siemir bestimmen —

Eeheiinerath. Setze Dich, Nichte! — Du bist in großerRührung — werde ruhiger — in dieser edeln Schwärmerei,möchtest Du zugeben, was Du nachher ans Dankbarkeit nicht mehrzurücknehmen wolltest. — (Die Gräfin setzt sich.) Ich kenne Dich,edles Mädchen — nur zu sehr ziehst Du stets das Glück andererdem Deinen vor. — Der Mann, den ich Dir bestimme — —

Gräfin. Halten Sie ein! ich kann mich nicht an Offenheitübertreffen lasten — (Steht auf.) Ich liebe, mein Vater!

Seheimerath (steht auch auf). Du liebst?