Schwcfeleisen.
369
gewöhnliches, dafs man Schwefeleisen in Eisenoxyd ver-wandelt findet, welches die Form des Schwefeleisens bei-behalten hat. Diese Krystalle sind goldhaltig und manvermuthet, dafs irgend eine elektrisch-chemische Wirkungdes Goldes die Veränderung verursacht habe, welche in-defs, hinsichtlich der Wegschaffung des Schwefels, schwerzu erklären ist. — Ein ähnlicher Fall findet mit dem aufdie zuvor angeführte Weise dargestellten Schwefeleisenim Maximum statt, dafs nämlich das Schwefeleisen, wenndie Operation unterbrochen wird, noch ehe sich alles biszum Maximum mit Schwefel verbunden hat, und folglichnoch etwas auf einer niedrigeren Schwefelungsstufe übrigist, sich an der Luft, zumal wenn sie feucht ist, inner-halb weniger als 48 Stunden mit einer weifsen Vegeta-tion von Salzkrystallen überkleidet, welche schwefelsau-res Eisenoxydul sind, und welches so lange fortfährt, bisdas übrig bleibende in Schwefeleisen im Maximum ver-wandelt ist. Diese schnelle Wirkung bei einem grofsenGehalt der Verbindung von Schwefeleisen im Maximum,und die nicht statt findet, wenn die Einmengung vonletzterem nur unbedeutend ist, scheint eine Folge der star-ken elektronegativen Relation des Schwefeleisens im Maxi-mum zu der niedrigeren Schwefelstufe zu sein. Sicher be-ruht die Eigenschaft der natürlich vorkommenden Verbin-dung, zu verwittern, auf einem ganz gleichen Grund.
Das Schwefeleisen im Maximum kommt in bedeuten-der Menge als Mineral vor; man nennt es Schwefel-kies, und es ist theils rein, theils mit anderen Schwe-felmetallen verbunden. In seinem reinen Zustande hat esverschiedene Krystallisationen, von welchen sich einigezum Würfel oder zum regulären Octaeder zurückführenlassen, andere hingegen lassen sich nur von der Krystall-form einer gleichschenklichen 4seitigen Pyramide ablei-ten. Jene besitzen eine goldgelbe Farbe, sind metallisch-glänzend, und so hart, dafs sie mit dem Stahl Funkengeben. Ihr eigenthümliches Gewicht hat man, im Zu-stande der Reinheit, 4,981 gefunden. Diese haben eineweifse Farbe, werden daher Wasserkies genannt. SieII. 24.