Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
338
Einzelbild herunterladen
 

338

Kobalt,

Zersetzung der Säure erhitzt, wobei das Superoxyd nachund nach gebildet wird. Digerirt man es mit kaustischemAmmoniak, so wird es aufgelöst, wobei ein Theil desAmmoniaks zersetzt und Stickstoffgas entwickelt wird.Nach Rothoffs Analyse enthält das Superoxyd 29,03 Th.Sauerstoff oder 100 Th. Metall nehmen darin 40,68 Tb.Sauerstoff, d. i. 1 i Mal so viel Sauerstoff als im Oxyd, auf.

c) Kobaltsäure. Wenn ein Kobaltsalz in verschlos-senen Gefäfsen mit kaustischem Ammoniak übergossen wird,so löset sich ein Theil des Oxyds in Ammoniak auf, undein anderer Theil wird als ein blaues Pulver zurückge-lassen. Die Auflösung enthält ein Doppelsalz des Oxyds.Kommt aber die Luft hinzu, so löset sich das Oxyd nachund nach auf, indem es sich höher oxydirt, und die Flüs-sigkeit nimmt eine dunklere Farbe an. Bedient man sichdazu des salpetersauren Kobaltoxyds, so kann man einkrystallisirtes ammoniakalisches Salz bekommen, welcheseine Verbindung von salpetersaurem mit kobaltsauremAmmoniak zu sein scheint. Bis jetzt ist die Kobaltsäurelaicht weiter bekannt; wir verdanken L. Gmelins Beob-achtungen das Wenige, was wir davon wissen, obwohlschon im Jahre 1797 Brugnatelli fälschlich glaubte, dieseSäure entdeckt zu haben, und Fiedler im Jahre 1801bestimmt die eben erwähnte Verbindung mit Salpetersäureund Ammoniak als Kobaltsäure enthaltend angab. AuchPfaff hatte zu beweisen versucht, dafs das Kobaltoxydin der ammoniakalischen Auflösung sich höher oxydire.L. Gmelin vermuthet, dafs die Kobaltsäure doppelt soviel Sauerstoff auf eine gegebene Menge Kobalt enthalte.

Schwefclkobalt.

Kobalt verbindet sich leicht mit Schwefel, wenn Schwe-fel auf das glühende Metall gestreut wird, aJ ErstesSchwefelkobalt. Die Verbindung geschieht mit denErscheinungen des Verbrennens, und das neugebildeteSchwefelkobalt schmilzt bei der dabei entwickelten Hitze.Es ist graugelb von Farbe, metallischglänzend und kry-stallinisch. Man erhält diese Verbindung auch, wenn