Zinnoxyd. 275
wird. Es schlägt sich dabei, je nachdem die Säure con-centrirt wird, ein Zinnchlorid mit veränderten Eigenschaf-ten nieder. Dasselbe geschieht auch, wenn Zinn in Kö-nigswasser, welches grol’sen Ueberschufs von Salpetersäurehat, aufgelöst wird.
Das Zinnoxyd verhält sich zu den Salzbasen wie einesehr schwache Säure, und obgleich ich in diesen Verbin-dungen keinen Unterschied, nach den zwei erwähnten ver-schiedenen Zuständen des Qxyds, kenne, kann jedoch dieModification, worin das Oxyd in diesen Salzen sich be-findet, leicht durch Zusatz von Schwefelsäure, Salpeter-säure oder Chlorwasserstoffsäure entdeckt werden, die imersten Fall sowohl die Basis als das Zinnoxyd auflöst,aber im zweiten die Basis auflöst und das Zinnoxyd hin-terläfst. Wenn das mit Salpetersäure behandelte Zinn-oxyd, nach völligem Auswaschen, mit einer Lauge vonkaustischem Kali übergossen und eine Weile digerirt wird,so löst sich viel Zinnoxyd auf, und wenn die Auflösungzur Syrupsconsistenz abgedampft wird, setzt sie kleine,körnige, weifse Krystalle ab, deren quantitative Zusam-mensetzung t noch nicht bestimmt ist. In der Auflösungvon Zinnoxyd in kaustischem Kali, bewirkt Alkohol einenweifsen Niederschlag, dieser ist saures zinnsaures Kali.
Wird Kali mit viel Wasser verdünnt und mit demHydrat des Oxyds, so lange als sich noch etwas auflöst,gekocht, so erhält man eine Flüssigkeit, die, wenn siesich geklärt hat, im Durchsehen dunkelgelb und durchPieflection bläulichweifs und opalisirend ist. 1 Th. Kalikann darin 16 Th. Zinnoxyd aufnehmen. Dampft mandiese Auflösung ab, so bildet sie eine Gallerte, die zueiner dunkelgelben, in Wasser wieder auflöslichen Masselangsam eintrocknet. Wird diese Masse bis zum Glühenerhitzt, so scheidet sich das Zinnoxyd gröfstentheils vomKali ab, wird gelb, unauflöslich, und Wasser zieht Kalimit einer geringen Quantität Oxyd aus. Man mufs dasOxyd jetzt mit einer gröfseren Menge Kali glühen, umes auf dem nassen Wege wieder auflöslich zu machen.Kohlensaures Kali löst das Hydrat des Zinnoxyds auf
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