254
Uran.
Uranoxyde.
Wir kennen von diesem Metall nur zwei Oxydations-stufen, das Oxydul und das Oxyd. a) Uranoxydulerhält man am vortheilhaftesten aus der Pechblende, welcheaber, nach Arfvedsons Versuchen, mehrere andere Me-talle, wie Blei, Kupfer, Kobalt, Zink, Eisen und Arseniknebst Schwefel, enthält, und von welchen die meisten ingröfserer oder geringerer Menge in dem vor Arfved-son untersuchten Uranoxyden vorhanden gewesen sind.Nach Arfvedson wird das Oxydul aus der Pechblendefolgendermafsen erhalten: Man löst das Mineral in Kö-
nigswasser auf, giefst die Auflösung vom Schwefel undvon der unaufgelösten Bergart ab, und leitet durch dieFlüssigkeit einen Strom von Sclrwefelwasserstoffgas. Esentsteht dadurch ein braunrother Niederschlag, der eineVerbindung von Schwefelarsenik mit Schwefelkupfer undSchwefelblei (arsenikgeschwefeltes Schwefelkupfer undSchwefelblei) ist, und nachher, wenn die letztgenanntenKörper ganz ausgefällt sind, schlägt sich nur gelbes Schwe-felarsenik nieder. Der Niederschlag wird abgeschieden,der Schwefelwasserstoff durch Kochen aus der Flüssigkeitausgetrieben und das Eisen mittelst etwas Salpetersäurezum Oxyd gebracht. Die Flüssigkeit wird mit kaustischemAmmoniak gefällt und der Niederschlag, der nun aus Uran-oxyd, Eisenoxyd, Kobaltoxyd und Zinkoxyd besteht, wirdnach dem Auswaschen mit verdünntem kohlensauren Am-moniak übergossen, welches das Eisenoxyd unaufgelösthinterläfst. Die gelbe Auflösung wird nun so lange ge-kocht, bis alles kohlensaure Ammoniak verflüchtigt ist,wobei das Uranoxyd sich niederschlägt. Es wird nun ge-waschen, getrocknet und geglüht; das geglühete Oxydwird mit Chlorwasserstoffsäure übergossen, und wenn esganz zu einem sehr feinen, dunkelgrauen Pulver zergan-gen ist, wird es auf das Filtrum genommen und gut aus-gewaschen. Das Glühen des gelben Oxyds und die nach-herige Behandlung mit Chlorwasserstoffsäure gründen sichdarauf, dafs das reine Uranoxyd im Feuer in Uranoxydul