Quecksilber. 219
mittel, und wirkt krampfstillend, nervenstärkend und zu-sammenziehend. In concentrirter Form wird es als einwirksames äufserliches Aetzmittel angewandt.
6. Quecksilber. (Iiydrargyruin.)
Das Quecksilber ist schon seit den ältesten Zeiten be-kannt. Es kommt in den Bergwerken sehr selten vor.Bei Almaden in Spanien, bei Idria in Krain, im Zwei-briickischen, bei F'riaul in Istrien, und auf verschie-denen Stellen in Ost- und West-Indien, giebt es Queck-silbergruben. Es kommt theils gediegen vor in gröfserenoder kleineren Kugeln, in verhärtetem Thon oder Kalk-spath eingemengt, gewöhnlich mit Schwefel verbunden alsZinnober, und zuweilen als Quecksilberchlorür.
Das Quecksilber wird aus dem Zinnober auf verschie-dene Weise geschieden. Im Zvveibrückischen, wo dieseOperation am vollkommensten gemacht wird, sortirt mandas Erz mit der Hand, wodurch nur das quecksilberhal-tige ausgewählt wird. Man zerpocht es darauf zum Pul-ver, mischt es mit ungelöschtem Kalk, und legt es inRetorten von Eisen, die mit gläsernen Vorlagen versehensind. So lange Feuchtigkeit übergeht, bleiben die Vorla-gen unlutirt, nachher werden sie aber mit Thon zuge-macht, und man giebt ein stärkeres Feuer, wobei dasQuecksilber überdestillirt. Diese Operation beruht dar-auf, dafs die Kalkerde das Quecksilber vom Schwefeltrennt. Man erhält zwischen 12 und 20 Loth vom Cent-ner Erz. In Spanien wird das Erz in eigenen Oefen ge-röstet, wobei der Schwefel verbrennt und das Quecksil-ber in Dämpfe verwandelt wird, die in Aludeln aufge-fangen werden, welche so gestellt sind, dals die Dämpfedarin condensirt werden können. Diese Operation be-wirkt eine Ersparung an Brennmaterial, aber es geht vielQuecksilber verloren. Von Zweibrücken wird das Queck-silber in grofsen Flaschen von geschmiedetem Eisen aus-geführt, die mit einer wohl schließenden eisernen Schraubeverschlossen werden. Aus Spanien dagegen kommt es in