Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
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Silber.

rührung läfst. Man gießt darauf die Flüssigkeit ab undlegt das schwarze Pulver sehr vorsichtig in sehr kleinenQuantitäten auf Löschpapier. Dieses schwarze Pulver istdas Knallsilber. Drückt man es mit einem harten Körper,während es noch nafs ist, so explodirt es mit einer bei-spiellosen Heftigkeit, und wenn es trocken ist, brauchtman es zuweilen nur mit einem Federkiel zu berühren.Ich mufs jüngere Leser darauf aufmerksam machen, de-ren Neugierde von den ungewöhnlich heftigen Wirkun-gen dieses Präparats gereitzt werden könnte, dafs es auchin den Händen erfahrener und vorsichtiger Chemiker ge-fährlich gewesen ist und Unglück verursacht hat. Manwürde das Leben wagen, wenn man versuchte es in eineGlasflasche hineinzubringen. Die vom Knallsilber abge-gossene Flüssigkeit enthält eine Auflösung davon im kau-stischen Ammoniak. Es wird bei dem Abdampfen etwasdavon zersetzt. Silber wird reducirt, und es entwickeltsich Stickstoffgas, und während dafs das Ammoniak ver-fliegt, schiefsen kleine, undurchsichtige, glänzende Kry-stalle an, die, wenn sie selbst in der Flüssigkeit mit einemharten Körper berührt werden, explodiren, das Gefäfs inStücken schlagen , N und die Flüssigkeit umherwerfen. DieUrsache dieser Explosion ist leicht einzusehen. Das Am-moniak reducirt das Oxyd und bringt in einem Augen-blick Wasser und Stickstoffgas hervor; aber es ist dabeisonderbar genug, dafs so kleine Ursachen im Stande sinddie Verwandtschaften aufzuheben, die dem Knallsilberseine Existenz gaben. Man kann sich jedoch vorstellen,dafs das Eintreten der stärkeren Verwandtschaft so naheliegt, dafs der geringste Umstand der Verwandtschaft desWasserstoffs im Ammoniak zum Sauerstoff des Silberoxydsdas Uebergewicht giebt. So lange das Knallsilber nochin aufgelöster Form da ist, wird es langsamer zersetztund kann gekocht werden, ohne zu explodiren; aber hates einmal feste Form angenommen, so ist ein ganz gelin-der Stofs hinreichend, es zu zerstören. Nach ßucholzsVersuchen wdrd das Silberoxyd in sehr kleiner Menge inBarytwasser aufgelöst. Im Schmelzen wird das Silberoxyd

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