20Q Silber.
thümliche Gewicht des Silbers äst zwischen 10*474 bis10,54'’.
Es hat eine schwache Verwandtschaft zum Sauerstoff,und wird für sich, bei keiner Temperatur, weder von derLuft, noch vom Wasser oxydirt. Bei sehr hohen Tempe-raturen kann jedoch das Silber unter gewissen Umständenzur Oxydation gebracht werden, z. B. wenn man miteinem sehr feinen Silberblatte eine starke galvanische Bat-terie entladet, oder wenn man auf einer glühenden Kohledas Silber einem Strom von Sauerstoffgas aussetzt, wobeies, nach Vauquelins Versuchen, mit einer conischenFlamme brennt, die unten gelb, in der Mitte purpurfar-big und oben blau ist. Fängt man den sich dabei bilden-den Rauch auf, so findet man, dafs er aus Silberoxyd be-steht. Durch Beimischung fremder Stoffe, die bei einerhöheren Temperatur zum Silberoxyd Verwandtschaft äu-fsern, kann man bisweilen in einer Hitze, wobei das Me-tall schmilzt, eine geringe Quantität Silber oxydiren, wo-bei sich dann ein gelbes Glas bildet. Salpetersäure istfür Silber das beste Auflösungsmittel. Concentrirte Schwe-felsäure löst es in der Hitze auf, und von concentrirterChlorwasserstoffsäure wird es sehr unbedeutend angegrif-fen; seine Oberfläche wird jedoch, eine Zeit lang damitdigerirt, mit Chlorsilber bedeckt. Das Silber widerstehtbei der Glühhitze, besser als andere Metalle, das Goldausgenommen, der Einwirkung von Salpeter und kausti-schen Alkalien. Zu solchen chemischen Operationen, diedas Schmelzen mit irgend einem dieser Alkalien erfor-dern, bedient man sich daher der Silbertiegel, die auschemisch reinem Silber verfertigt sind, weil Platintiegel,die sonst den Säuren so gut widerstehen und von derstrengsten Hitze nicht leiden, von kaustischem Alkali auf-gelöst und zerstört werden.
Silberoxyde.
Vom Silber kennen wir bis jetzt nur zwei Oxyda-tionsstufen, Oxyd und Superoxyd*). a) Das Oxyd
*) Faraday giebt an, dafs das Silber eine noch niedrigere Oxy-