176 Platin.
\
thümlichem Gewicht. Es ist also der schwerste aller be-kannten Körper *).
Ich habe schon (1. Th. S. 1S9.) die merkwürdigeEigenschaft des aus Platinsalmiak reducirten schwammigenMetalls, die Verbindung des Wasserstoffgases und Sauer-stoffgases zu begünstigen, angeführt, und verweise dahin.Je niedriger die Temperatur war, bei welcher die Re-duction gemacht wurde, um so ausgezeichneter ist dieseEigenschaft, und um so länger hält sie an.
Platinoxyde,
Das Platin hat wenig Verwandtschaft zum Sauerstoff.Es oxydirt sich weder an der Luft noch in Sauerstoffgas,bei welcher Temperatur es auch sein mag, und seineOxyde werden gewöhnlich, noch ehe sie glühen, reducirt.Aber wenn ein Platindrath vor der Flamme von Sauer-stoffgas oder mit dem Newmanschen Gebläse geschmol-zen wird, wirft er Funken, ähnlich denjenigen von bren-nendem Eisen. Es ist jedoch ungewifs, ob dieses nichteher ein mechanisches Herumwerfen des kochenden Me-talls, als eine Verbrennung ist. Die einzige Art, es aufdem nassen Wege mit Sauerstoff zu verbinden, ist, es inKönigswasser aufzulösen und daraus mit Natron zu fällen.Es oxydirt sich ebenfalls, obgleich nur unvollständig, wennes mit kaustischem Kali oder mit Salpeter geschmolzenwird, und bildet dann eine graugrüne Masse, die mitschwarzer oder schwarzgrüner Farbe in Wasser aufgelöstwird. In der elektrischen Säule wird es nicht oxydirt.Es hat zwei mit Sicherheit bekannte Oxydationsstufen,Oxydul und Oxyd.
a) Das Oxydul erhält man, wenn Platinchlorürbei gelinder Wärme mit einer Lauge von kaustischem
Kali
# ) CI o u d giebt an, dafs, wenn das aus dem Platinsalmiak erhal-tene Platin noch einmal in Königswasser aufgelöst, mit einergesättigten kochendheifsen Salmiakauflösung gefällt, und danndurch Glühen reducirt wird, man es rein erhalte. Wird es dannvermittelst des Knallgasgebläses geschmolzen, so ist sein eigenth.Gewicht 23,543, und seine Dehnbarkeit weit gröfser als vorher.