Goklpm'pur. 153
von Knallgold nach einander in geschmolzenen Schwefeleingetragen werden, oder wenn es mit einer grofsenMenge Borax gerieben, und darauf geschmolzen wird.Die Verwandtschaft des Goldoxyds zum Ammoniak ist sostark, dafs sie dieses Alkali allen Säuren entreifst. WirdGoldoxyd z. B. mit schwefelsaurem Ammoniak digerirt,so bildet sich Knallgold, und die Flüssigkeit wird sauer.
Das Goldoxyd verbindet sich im Schmelzen mit ver-schiedenen Glasflüssen, die davon eine rubinrothe Farbeannehmen. Hierzu bedient man sich besonders einer Ver-bindung von Zinnoxyd mit Gold in einem noch unbe-stimmten Verhältnifs, die Goldpurpur, purpura mine-ralis oder purpura Cassii, genannt wird. Man erhältdiese Verbindung am schönsten auf folgende Weise: Manlöst Gold in einer Mischung von Salmiak und Salpeter-säure auf, dampft die Auflösung zur Trockne ab, undlöst das Salz wieder in Wasser auf. Man nimmt danneine Auflösung von reinem Malacca-Zinn, die aus 4 Tltei-len Scheidewasser und 1 Th. Chlorwasserstoffsäure, welchemit halb so viel Alkohol verdünnt worden ist, gemachtwird; man legt nur wenig Zinn auf einmal in die saureFlüssigkeit, und diese wird während der Auflösung sokalt als möglich gehalten. Nachdem das Zinn aufgelöstist, wird die Auflösung mit 80mal so viel Wasser ver-dünnt; und da die Farbe des Niederschlags eigentlich vonder Verdünnung abhängt, so mufs man diese mit Sorgfaltzu bestimmen suchen. Man giefst deswegen ein wenigvon der Zinnauflösung in 4 Gläser, und verdünnt sie indiesen mit mehr Wasser in einem gewissen Verhältnifs;dann taucht man eine gläserne Röhre in die Goldauflö-sung, und versucht hierauf, welches Glas die schönsteFarbe giebt, wenn die Röhre hineingesenkt wird. Manverdünnt alsdann die ganze Auflösung nach dem Verhält-nis, wie sie in diesem Glase sich findet, und tröpfeltdarauf die Goldauflösung hinein. Es bildet sich dabeieine schöne purpurrothe, anfangs durchsichtige Flüssigkeit,woraus der Purpur nachher allmählich gefällt wird unddie Flüssigkeit farblos zurückläfst. Sie wird filLrirt und