Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
133
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Titansänre. 133

gleich die Luft keinen Zutritt hat. Es entwickeln sichdabei Luftblasen, die Wasserstoffgas zu sein scheinen.

Ein in länglichen Octaedern krystallisirtes Titanoxydkomint unter dem Namen Anatas, auch nach seinem er-sten Fundorte Oisanit genannt, im Mineralreich vor, des-sen Krystallform von derjenigen des Rutils so abweichendist, dafs man sie als zwei verschiedene Körper angesehenhat. Dieser Anatas hat denselben grauen Metallglanz, alsdas auf dem trockenen Wege bereitete Titanoxyd, undwenn man es durchsichtig erhält, leuchtet es oft mit einerdunkelen Purpurfarbe, eben so wie das auf dem nassenWege bereitete Oxyd. Doch habe ich es auch im Durch-sehen gelblich gesehen. Es wäre möglich, dafs es reinesnatives Titanoxyd ist. Unglücklicherweise ist es eine sogrofse mineralogische Seltenheit, dafs man, wenigstensjetzt, noch nicht hoffen kann, eine für eine nähere Un-tersuchung hinreichende Quantität davon zu erhalten.

b) Die Titansäure wird, nach Roses Vorschrift,auf folgende Weise aus dem Rutil erhalten: Der Rutilwird zutn feinsten Pulver gerieben, geschlämmt, und mit3 Theilen kohlensauren Kalis gemischt, womit er in einemPlatintiegel geschmolzen wird. Man laugt die geschmol-zene Masse mit Wasser aus, welches das überflüssig?!Alkali aufnimmt, und saures titansaures Kali ungelöst zu-rückläfst. Sobald beim Waschen die abfiltrirte Flüssigkeitetwas trübe durchs Filtrum zu gehen anfängt, wird esabgenommen und in concentrirter Chlorwasserstoffsäureaufgelöst. Die Auflösung wird mit Wasser verdünnt unddarauf gekocht, wobei der gröfste Tlieil der Titansäuregefällt wird, während Eisen- und Manganoxydul in derAuflösung Zurückbleiben. Man kann die, noch von diesenznriickgehaltene Titansäure erhalten, wenn die überflüssigeChlorwasserstoffsäure durclt Abdampfen abgeschieden wird.Die niedergeschlagene Titansäure wird mit Wasser gewa-schen, und wenn sie wie Milch durchs Filtrum zu ge-hen anfängt, wird das Waschwasser mit Chlorvvasserstoff-säure versetzt. Die auf diese Alt erhaltene Titansäursenthält jedoch noch Eisen- und Manganoxydul, di,e ent-