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2,1 (1826)
Entstehung
Seite
95
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Antimonoxyd. 95

offenen Gefäße an einer Kante schnell erhitzt wird, soentzündet es sich und verbrennt, wie Torf, zur antimo-nichten Säure. Geglüht schmilzt es und bildet eine gelbeFlüssigkeit, die erkaltet ein perlgraues Ansehn hat undkrystallisirt ist. Es macht die Base der Antimonsalze aus.Es ist dieses Oxyd, welches die glänzenden Krystallnadelnbildet, die sich um brennendes Antimon sublimiren. Manunterscheidet es von den anderen beiden Oxyden des An-timons, sowohl durch die Leichtigkeit, womit es auf derKohle zum Metall reducirt wird, als durch seine Leicht-flüssigkeit und durch seine Flüchtigkeit; denn in verschlos-senen Gefäßen, wo es sich nicht höher oxydiren kann,kann es bei einer hinreichenden Hitze ohne Rückstandsublimirt werden. Es kommt im Mineralreich vor undzwar gewöhnlich krystallisirt.

Das Antimonoxyd verhält sich zu den Alkalien wieeine schwache Säure. Uebergiefst man so eben aus Anti-monchlorür durch Wasser gefälltes Antimonoxyd mit kau-stischem Kali, so wird ein Theil des Oxyds aufgelöst,aber der größere Theil verliert in wenigen Augenblickenseine voluminöse Beschaffenheit und fällt zu einem fei-nen, graulichen, krystallinischen Pulver zusammen, welcheseine neutrale, in Wasser schwerauflösliche Verbindungvon Antimonoxyd mit Kali ist. Dieselben Erscheinungenfinden auch mit Natron und Ammoniak statt. Das An-timonoxyd enthält 15,68 Procent Sauerstoff oder 100 Th.Antimon nehmen darin 18,6 Th. Sauerstoff auf. SeineSättigungscapacität, als Säure, ist -§. seines Sauerstoffgehalts,oder 5,227.

Dieses Oxyd macht einen Bestandtheil mehrerer phar-maceutischen Präparate aus. Man erhält es dazu hinrei-chend rein, wenn Schwefelantimon geröstet wird, bis daßaller Schwefel verbrannt ist, worauf der Rückstand mitbis -jL seines Gewichts Schwefelantimon genau gemischtund in einem Tiegel bis zum Schmelzen erhitzt wird.Die geschmolzene Masse wird ausgegossen und pulveri-sirt. Sie muß im Bruch krystallinisch, aber nicht glasigsein; im letzteren Fall enthält es sonst Schwefelantimon.