Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
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Arsenichte Säure.

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condensirt und in grofsen Behältern, an deren inwendi-gen Seiten sie sich absetzt, aufgefangen wird. Sie wirdaus diesen aufgesammelt, durch Sublimation in eisernen Ge-fäfsen gereinigt, und kommt so, in SLücken zerschlagen, imHandel vor. Sie ist milchweifs, hat glasigen Bruch, einenherben und etwas scharfen Geschmack, der nachher süfs-lich ist. In Dampfgestalt hat sie keinen bestimmten Ge-ruch ; der Knoblauchsgeruch gehört blofs dem metallischenArsenik an und wird durch Zusatz von brennbaren Stof-fen leicht hervorgebracht. Wird sie in luftdicht verschlos-senen Gefäfsen einer höheren Temperatur ausgesetzt, diejedoch nicht bis zum Glühen gehen darf, so schmilztsie zum durchsichtigen Glase von 3,699 eigenth. Gewicht,welches in trockener Luft nicht verändert wird, in feuch-ter Luft aber allmählich wieder weifs und undurchsichtigwird. Bis zum annähernden Glühen in offenen Gefäfsenerhitzt, wird sie weich und fängt an sich zu verflüchtigen.Unter fortwährender Hitze sublimirt sie sich als ein wei-fses Pulver, welchem man, indem man es bei einer-fsigen Hitze erweicht, seine glasige Textur giebt.

Wird die arsenichte Säure in geräumigen Gefäfsenlangsam sublimirt, so schiefst sie immer in Krystallen an,deren Form ein regelmäfsiges Octaeder ist. Sie schmilztoder erweicht dann nicht vor dem Sublimiren. Sie wirdin Wasser nur sehr schwer und langsam aufgelöst. Ueberden Grad ihrer Auflöslichkeit hat man viel gestritten,weil man die Auflösung durch Kochen mit Wasser nichtdazu bringen kann, so viel aufzunehmen, als das Wasseraufgelöst zurückhalten kann. Man kann nämlich eineAuflösung von arsenichter Säure sehr bedeutend abdam-pfen, ohne dafs die Säure abgeschieden wird. Wenn siezu krystallisiren anfängt, enthält die Auflösung zwischenj oder J r ihres Gewichts weifsen Arsenik. Bucholzhat gefunden, dafs 1 Theil arsenichte Säure bei -j-100°12y Theile Wasser, bei -j-60° 22 Theile, bei -f-18°50 Theile und bei -j-10° 66,6 Theile sättigt. Die ausder Auflösung krystallisirende Säure nimmt die Form vonregelmäfsigen Octaedern an, die kein Wasser enthalten.

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