Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
18
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wickelt sich Selenwasserstoffgas. Dieses wird auch er-halten, wenn Seleneisen in Chlorwasserstoffsäure aufgelöstwird. Fängt man dieses Gas über gekochtem Wasser auf,so wird es davon nach und nach völlig aufgelöst. DasWasser erhält davon keine Farbe; aber nach einer Weilezeigt sich darin eine geringe röthliche Trübung, die voneiner Portion Selen herzurühren scheint, welches die imWasser enthaltene Luft, die das Selenwasserstoffgas zer-setzte, aus diesem ausgeschieden hat. Das mit Selen was-serstoffgas angeschwängerte Wasser schmeckt hepatisch,röthet das Lackmuspapier und färbt die Haut rothbraun,und der dadurch entstandene Flecken kann nicht wegge-waschen werden. An der Luft wird es allmählich vonoben an trübe, färbt sich roth und setzt Selen in leich-ten Flocken ab. Salpetersäure, in geringer Menge zuge«setzt, zersetzt den Selenwasserstoff nicht, und das Wasserbehielt, in meinen Versuchen, noch 12 Stunden, nachdemich diese Säure zugesetzt hatte, die Eigenschaft, Metall-salze niederzuschlagen. Selenwasserstoffgas dampft nichtso leicht vom Wasser ab, wie Schwefelwasserstoff; daherkommt es, dafs das Wasser einen weit unbedeutendemGeruch von Selen wasserstoffgas, als von Schwefelwasser-stoffgas erhält. Ein mit der Hälfte seines Volums Se-lenwasserstoffgas angeschwängertes Wasser, riecht sehrschwach. Ich habe übrigens nicht bestimmt, bis zu wel-chem Grade dieses Gas in Wasser auflöslich ist; aberaus dem schon Angeführten scheint zu folgen, dafs dasWasser mehr davon aufnimmt, als vom Schwefelwasser-stoffgase.

Alle Metallsalze, auch die von Zink und Eisen, wennsie neutral sind, werden von einem Wasser, das mit Se-lenwasserstoff angeschwängert ist, niedergeschlagen. DieNiederschläge sind im Allgemeinen schwarz oder dunkel-braun, und nehmen metallischen Glanz an, wenn sie miteinem polirten Blutstein gestrichen werden. Hievon ma-chen jedoch die Niederschläge von Zink, Mangan undCerium Ausnahmen; diese sind fleischrotb.

Selenwasserstoffgas wird durch die gemeinschaftliche