1080 Nachtrag.
lig ist. — Da ich bei Beschreibung der Waschflasche p. 819.eine theoretische Auseinandersetzung der Wirkung der Ab-laufröhre für unnöthig hielt, will ich hier doch der Ver-gleichung wegen zeigen, wie durch beide Apparate der-selbe Endzweck auf ungleiche Weise erreicht wird, undhabe daher zur Bequemlichkeit des Lesers jene Waschröhrenoch einmal im Holzschnitt Fig. 2. hier beigefügt. — Dieangelöthete Röhre ab xniindet bei b miteiner Oeffnung, die hier das Wasser miteiner gewissen Capillarkraft zurückhält, dieum so gröfser ist, je enger die Oeffnungist. Zur Ueberwindung derselben ist eineWassersäule von einer gewissen Höhe er-forderlich, um so höher, je geringer derDurchmesser der Oeffnung b ist; ihre Höhemufs bei der Verfertigung einer jeden ein-zelnen Röhre durch Versuche ausgemitteltwerden. Wenn in dem beigefügten Beispiel der Abstandzwischen den punktirten Linien b und c die Höhe derWassersäule andeutet, welche zur Ueberwindung der Ca-pillarität in der Oeffnung b gerade erforderlich ist, so istes klar, dafs wenn der Stand der Flüssigkeit im Filtrumbis unter c gesunken ist, Luft durch b eindringen, und solange Wasser durch d ausfliefsen wird, bis sein Stand wie-der mit der Linie c gleich hoch geworden ist.
Wenn in Fig. 1. der äufsere Schenkel cd an seinerunteren Mündung aufwärts gebogen ist, so wird das Aus-waschen, aus den pag. 819. angeführten Gründen, nochrascher und vollständiger vor sich gehen. Wenige derneueren Instrumente sind für den practischen Chemikervon so unschätzbarem Nutzen, wie diese an und für sichso einfachen Waschapparate, da vermittelst derselben dieAuswascharbeit während der ganzen Zeit fortgesetzt wer-den kann, die er abwesend sein mufs, und sie, währender gegenwärtig ist, seine Aufmerksamkeit nicht besondersin Anspruch nimmt.
Fis:. 2.
Gedruckt bei A. W. Schade in Berlin.