Druckschrift 
4,2 (1831) Chemische Operationen und Geräthschaften, nebst Erklärung chemischer Kunstwörter in alphabetischer Ordnung
Entstehung
Seite
983
Einzelbild herunterladen
 

Oefen.

983

klebt, und wenn man in der Führung des Gebläses undAufschütten von Kohlen sorgfältig verfährt, kann man ineiner solchen Esse einen sehr hohen Hitzgrad hervorbrin-gen. Je freistehender sie ist, um so bequemer läfst siesich gebrauchen, und am bequemsten ist sie, wenn sievon drei Seiten zugänglich ist.

Später hat man diese Gebläsefeuer zum Gebrauchebequemer und zugleich von gröfserer Wirkung eingerich-tet, erstlich dadurch, dafs man sie tragbar machte, undzweitens, dafs man den Wind um den Tiegel herum durchmehrere Oeffnungen einströmen liefs. Unter diesen soeingerichteten Gebläseöfen zeichnet sich besonders vorteil-haft der vonSefström aus. Er hat 8 gegenüberstehendeGebläse-Oeffnungen. Fig. 20. zeigt ihn im verticalenDurchschnitt, und Fig. 21. im Grundrifs. Er besteht zu-nächst aus zwei in einander gestellten, mit Böden verse-henen Cylindern von Eisenblech, welche oben durch eineringförmige Eisenplatte luftdicht mit einander verbundensind. Der äufsere Cylinder AA mifst 22, und der innereBB 16 Zoll im Durchmesser; die Höhe des ersteren be-trägt 16i Zoll. Der Raum zwischen diesen Cylinderndient als Behälter für die Luft, welche durch die Röhre Caus dem Gebläse herbeigeführt, und durch die S kleinerenRöhren a in den inneren Cylinder, den eigentlichen Ofen,hingeleitet wird. Dieser innere Cylinder ist mit einer2| Zoll dicken und noch fast um eben so viel über ihnhinaus geführten Lage DD von feuerfesten Ziegelsteinenausgesetzt, so dafs der Ofen einen inneren Durchmesservon lOi Zoll behält. Die 8 Röhren, welche die Luft einlei-ten, stehen in gleichem Abstand von einander und liegenin gleicher Höhe, 7 Zoll über dem Boden des innerenCylinders; sie sind von starkem Eisenblech, li Zoll lang,konisch geformt, und haben an der Mündung i Zoll imDurchmesser. — Als Brennmaterial in diesem Ofen brauchtman nur gut verkohlte Holzkohlen, allein ein sehr wesent-licher Umstand für die richtige Wirkung des Ofens istdie Gröfse der Kohlen. Sie müssen nämlich alle in gleichgrofse Stücke, von etwa Wallnufsgröfse, zerschlagen und