Glassprengen — Granuliren. 8S1
Sprung herunter zu leiten, so macht man den Feilstrichan der Stelle und in der Richtung, in welcher der Sprunggehen soll; durch Anhalten der Kohle an das Ende desFeilstrichs entsteht ein Sprung, den man wiederum belie-big weiter führen kann. Es ist dabei gut, durch einengezeichneten Strich oder einen umgebundenen Faden sichden Weg des Sprungs vorzuzeichnen, um ihn in geraderLinie zu erhalten. Mit einiger Uebung bringt man esleicht dahin, die Absprengung so gerade und scharf, wiemit einem Diamant und Lineal zu machen. Ein gewöhn-liches Kunststück, an dem sich Anfänger üben, ist, aneinem Trinkglas von seinem oberen Rand an bis zu demBoden einen spiralförmigen Sprung zu ziehen. Reim An-fang der Spirale macht man in den Rand des Glases ei-nen Feilstrich, von wo aus man mit der Sprengkohle dieSpirale weiter sprengt. Ein so gesprengtes Glas läfst sichmit Wasser füllen, allein so wie man es aufzuheben ver-sucht, öffnet sich die Spirale, ohne zu zerbrechen, unddas Wasser läuft aus. — Beim Gebrauch der Sprengkohleist zu beobachten, dals man sie nicht eher anwendet, alsbis sie zur Spitze gebrannt ist, und dafs man sie nachdem Gebrauch in trocknem Sand auslöscht.
Gradiren, Gradincerk. — Wenn man eine Flüs-sigkeit, die zur Krystallisation abgedampft werden soll,zuvor durch eine, aus Reiserbiindeln geflochtene Wandherunterfliefsen läfst, bis sie durch die Verdunstung inder Luft so weit concentrirt worden ist, dafs sich dieAbdampfung derselben lohnt, so sagt man, dafs sie gra-dirt wird, und nennt die hierzu dienende Reiser wandGradirwerk. Dieses Verfahren wird besonders bei denSalzsiedereien und auf den Vitriolwerken angewendet.
Gramm, — ein Gewicht, die Einheit in dem fran-zösischen Decimal-Gewichtssystem.
Granuliren, — oder leicht schmelzbare Metalle ingrobes Pulver verwandeln, besteht darin, dafs man ge-schmolzenes Zink, Zinn u. dgl. in eine hölzerne, inwendigmit Kreide bestrichene Büchse schüttet, und nach Auf-setzung des ebenfalls bekreideten Deckels sehr heftig um-IV. 57