790 Analyse.
wicht des Kolbens, der Säure, der Probe und der Röhre,ist entwichenes Gas.
Wenn ein Gas durch Glühen ausgetrieben wird, ge-schieht es in einem ähnlichen kleinen Destillations-Appa-rate, worin man die Mineralien zur Bestimmung des Was-sergehaltes glüht. Wenn sowohl Gas als Wasser zugleichvon der Hitze ausgejagt werden, verfährt man folgender-maßen: Eine gläserne Röhre wird an einem Ende zuge-schmolzen und daselbst zu einer kleinen Kugel von pas-sender Gröfse ausgeblasen. In dieser Kugel wird dieProbe abgewogen. Die Röhre wird darauf, in geringemAbstande von der Kugel, vor der Lampe zu einer schmä-leren Röhre ausgezogen und zugleich so umgebogen, dafsdas Ganze die Gestalt einer kleinen Retorte mit schmalemHalse erhält. Sie wird nun wieder gewogen, wodurch, nach-dem das Gewicht der Probe bekannt ist, das Gewicht derkleinen Retorte auch ausgemittelt wird. Zu dieser Retortewird eine an beiden Enden offene Vorlage geblasen, vonwelcher man das eine durch eine Kautschuckröhre mit derRetorte, deren Mündung darin eingeführt wird, verbin-det; das andere aber endigt sich in eine kleine mit Chlor-calcium gefüllte Röhre. Die Vorlage und die Röhre mitChlorcalcium werden gewogen. Das Gas und das Wasserwerden zusammen ausgetrieben, aber nur das Gas kannentweichen; was also der Apparat nachher weniger alsvor dem Versuche wiegt, ist das Gewicht des Gases, undwas die kleine Retorte w r eniger als vorher wiegt, ist dasgemeinschaftliche Gewicht des Gases und des Wassers. Esbleibt gewöhnlich ein Wassertropfen in der Röhre derRetorte zurück, diese wird dann außerhalb der Vorlageabgeschnitten und mit dieser gewogen, worauf sie heraus-genommen, getrocknet und ihr Gewicht abgezogen wird.Was die Vorlage und die Röhre mit Chlorcalcium mehrals vor dem Versuche wiegen, ist Wasser, dessen Gewicht,zu dem des entwichenen Gases gelegt, demjenigen, wasder mit dem abgeschnittenen und getrockneten Ende zu-sammengewogene Apparat verloren hat, entsprechen mufs,wenn anders der Versuch richtig ansgeführt ist. Ist das