742
Analyse.
dein, erleichtert die Untersuchung sehr, aber sie gibt oftden älteren Chemikern ein Vertrauen auf ihren Blick, wo-durch sie zuweilen Untersuchungen versäumen, die ihr Ur-theil geändert haben würden; und dieser Umstand ist Ur-sache, dafs der jüngere Chemiker öfters die qualitative Ana-lyse vortrefflich macht, obgleich er aus mangelnden Hand-griffen in der quantitativen fehlen kann, während dagegendie gröbsten Meister, aus zu grofsem Vertrauen auf ge-wisse, weniger entscheidende Kennzeichen und aus dermit den Jahren zunehmenden Bequemlichkeit, eine Un-tersuchung vorzunehmen, die vielleicht doch nicht mehr,als was man schon vermuthete, bestätigen würde, in ihrenqualitativen Bestimmungen nicht selten bedeutende Mifs-griffe begangen haben. Ich kann also nicht genug em-pfehlen, die qualitative Untersuchung mit aller Umständ-lichkeit vorzunehmen; abgesehen davon, dafs sie zu einerguten Arbeit beiträgt, kann sie vielleicht zuweilen dasVergnügen gewähren, vorher unbekannte Stoffe oder Ver-bindungen zu entdecken.
Was die Untersuchung von Salzen im Allgemeinenbetrifft, welche keine solche vorhergehende Behandlungwie die kieselsauren erfordern, und welche, selbst auchaus dem Mineralreich, selten so gemischt wie letztere Vor-kommen, so habe ich schon im Th. II. p. 424 — 453. desLehrbuchs ausführlich angegeben, wie die electronegativenBestandtheile der Salze, d. b. ihre Säuren, entdeckt wer-den. Die Vorschriften zur Erkennung der Basen dage-gen findet man bei jeder einzelnen Basis bestimmt, undvor der Beschreibung der von jeder Basis gebildeten Salzefindet man eine kurze Anweisung, durch welche Versuchedie Basis in dem Salze nachzuweisen ist. Auf diese Ab-schnitte verweise ich, so wie auf den Artikel Lüthrohr,wo eine besondere Aufstellung von Vorschriften für dieBehandlung der Salze vor dem Löthrohr vorkommt. Dalsich diese Vorschriften nicht hier zusammengestellt habe,hat darin seinen Grund, dafs zu grofse Detaillirung indiesen Regeln zur Entwerfung eines Planes bei analyti-schen Untersuchungen, die Aufmerksamkeit des Lesers er-