737
Analyse.
ein Paar Stunden stehen,' worauf es mit Wasser versetztund die Auflösung fdtrirt wird. Was auf dem Filtrumzurückbleibt, ist Kieselerde. Ist man genöthigt gewesen,kaustisches Alkali im Silbertiegel anzuwenden, so enthältdie so erhaltene Kieselerde Chlorsilber, welches, nachdemdie Kieselerde mit Wasser ausgewaschen worden ist, mitconcentrirtem kaustischen Ammoniak, welches das Silber-salz auflöst, ausgezogen wird.
Dafs es Kieselerde und nichts anderes sei, ergibt sichaus Folgendem: Sie mufs weifs sein, bei dem Glühen nochweifser werden, und eine leichte erdige Masse bilden. Mitconcentrirter Chlorwasserstoffsäure digerirt, mufs diesenichts auflösen und nicht davon gefärbt werden. AufKohle vor dem Löthrohr mit gleichviel Natron geschmol-zen, mufs sie ein klares, farbloses Glas geben; und so-wohl vor als nach dem Glühen mit einer hinreichendenQuantität kohlensaurem Natron gekocht, mufs sie zurfarblosen, beim Erkalten gelatinirenden Flüssigkeit voll-kommen aufgelöst werden. Alle davon abweichendenVerhältnisse zeigen eine fremde Beimischung an, und er-fordern, dafs die Kieselerde, gleich dem Steinpulver, mitAlkali auf’s Neue behandelt werde, um zum Abscheidender fremden Stoffe wieder aufgelöst zu werden. Auchkann man in dieser Absicht die Kieselerde in einer ko-chendheißen Auflösung von kohlensaurem Kali auflösen,die Auflösung von dem Unaufgelösten abgiefsen, und denRückstand untersuchen. Diefs wird besonders dann nö-thig, wenn man kieselhaltige Substanzen untersucht, diesich schon auf nassem Wege aufschliefsen lassen.
B. Die fdtrirte Auflösung enthält jetzt die übrigenBestandLheile in Form von Chlorüren aufgelöst. Um aus-zumitteln, welche sie sind, setzt man zuerst kaustischesAmmoniak hinzu, bis die Flüssigkeit schwach darnachriecht. Ein Ueberschufs dieses Alkali’s ist dabei noth-wendig, weil sonst der Niederschlag basische Chlorüreenthält, die sich während des Waschens öfters im Wasch-wasser aufzulösen anfangen und dadurch irre leiten. Eingrofser Ueberschufs dagegen darf nicht zugpsetzt werden,IV. 4S